Ein ganz normaler Tag im "Hive ", dem unterirdischen Forschungskomplex der Umbrella Corporation. Leider lässt der Dieb, der gerade den ultrageheimen T-Virus stiehlt, eine Ampulle fallen, und schon bald darauf sperrt das alles überwachende Computersystem die Mitarbeiter ein und tötet sie alle. Unweit davon, in einem mondänen Haus an der Oberfläche, kommt eine junge Frau (
Milla Jovovich) zu sich. Sie weiß weder wo noch wer sie ist. Das schwerst bewaffnete Einsatzkommando, das Minuten später das Haus stürmt, kennt sie anscheinend sehr gut. Gemeinsam mit einem Eindringling, der im Anwesen gefangen genommen wird, machen sie sich auf, um zu sehen, was im "Hive " passiert ist. Dort unten warten aber schon die "Red Queen ", der ausgerastete Computer, 500 Zombies und noch einige tödliche Überraschungen auf sie, auf die keiner von ihnen vorbereitet war...
Wie können sich Pläne doch ändern! Das unvorstellbar erfolgreiche und mehrfach fortgesetzte Videospiel
Resident Evil basiert ja lose auf
George Romeros Living Dead-Serie. Deshalb war der erste Gedanke, den ideellen Vater, der schon eine Werbung für den zweiten Videospiel-Teil gemacht hatte, auch mit der Kino-Umsetzung zu betrauen. All die ausgefeilten Pläne zerplatzten aber schließlich, und so fand sich am Ende
Paul Anderson (
"Mortal Kombat",
"Event Horizon") im Regiestuhl wieder. Gemeinsam mit dem omnipräsenten
Bernd Eichinger als Produzenten vernachlässigte er den Horror und konzentrierte sich auf Action und Optik. Zentrum der letzteren ist
Milla Jovovich, die mit ihrer knapp bekleideten, physisch intensiven und perfekt choreographierten Performance eine hohe Messlatte für die neue Generation der Action Chicks setzt -
Angelina Jolie sieht dagegen lahm aus. Mit von der Partie ist auch
Michelle Rodriguez (
Girl Fight,
"The Fast and the Furious"), die den Typus der grantigen, sich überall durchbeißenden Powerfrau wohl nicht mehr so schnell abschütteln wird. Der Rest, eine Fitnesscenter-Vorzeigegruppe, ist mehr als Kanonenfutter bis Pausenfüller besetzt. Nur
Heike Makatsch ist da anders; Warum ihr diese Rolle und übermäßig viel Leinwandzeit gegeben wurde, ist wohl nur auf
Eichinger und seinen Wunsch, noch mehr Zugkraft für den deutschen Markt zu haben, zurückzuführen. Wer die originalsprachige Version aufsucht, wird,
Makatschs schwer berlinerndes Englisch erleben, bei dem sich mehr als ein paar Nackenhaare sträuben.
Man kann bei
"Resident Evil" alles voraussehen. Das macht aber gar nichts. Der Film ist gedacht als lautes Spektakel, bei dem Untotes im Kugelhagel zerspratzt und möglichst viel verwüstet wird. Und genau das ist er auch: gelungen choreographiert, mit einigen ordentlich eingesetzten Stilelementen wie Close-Ups und Zeitlupen versehen und mit einem Soundtrack bewaffnet, der die Metzelei zünftig untermalt. Da kommen dann auch perfekte Szenen vor, in denen Nine Inch Nails,
Milla Jovovich und eine Meute Zombie-Hunde atemberaubend gekoppelt werden.
Man hätte sich allerdings gewünscht, dass noch mehr zu Bruch geht; Leider gibt es immer wieder ein wenig Leerlauf. Auch, dass
Milla erst nach mehr als der Hälfte des Films eine Waffe bekommt, ist nur ein Beispiel für den nicht gerade geistig fordernden Plot. Egal:
"Resident Evil" ist das Glanzbeispiel eines Films, der, einfach gestrickt und an die ureigensten Instinkte appellierend, Laune macht.