Quoyles (
Kevin Spacey) Leben ist wahrhaft verpfuscht. Sein Vater hat ihn als Versager erzogen und dementsprechend sehen auch seine Jobs aus. Als er Petal (
Cate Blanchett) kennen lernt, wird nur kurzzeitig alles besser. Diese wird schwanger, bekommt beider Tochter Bunny (
die Gainer Drillinge!!!) und hurt kurz danach wieder in der Gegend herum. Quoyle liebt sie trotzdem abgöttisch, was Petal veranlasst, mitsamt der Tochter abzuhauen. Schon kurz darauf hört Quoyle wieder von ihr, jedoch durch einen Polizeibeamten. Petal hat ihre Tochter verkauft und ist mit ihrem Lover in den Tod gerast. Als auch noch Quoyles Eltern sterben, ist das Chaos perfekt. Da taucht seine Tante Agnis (
Judi Dench) auf, die sich die Asche ihres Bruders holen und damit nach Neufundland will, wo die Quoyles ihren Ursprung haben. Da der Witwer nun nichts mehr außer seiner Tochter hat, entschließt er sich mitzufahren, um nach seinen Wurzeln zu suchen.
Das Universum des
Lasse Hallström ist ein Schräges. In seinen Filmen erleben eigenartige Charaktere an eigenartigen Orten eigenartige Dinge. Deshalb scheint er sich auch mit dem Autor
John Irving sehr gut zu verstehen, von dem er nach
The Cider House Rules demnächst einen weiteren Roman verfilmen wird. Mit
"The Shipping News" befindet sich Hallström nach seinen beiden letzten eher schwächeren Filmen
Chocolat und
The Cider House Rules wieder im Aufwind. Dabei hilft ihm eine sehr gute Besetzung.
Diese wird angeführt durch einen
Kevin Spacey, der die Rolle des ewigen Verlierers manchmal wirklich perfekt darstellt, wobei er immer eine Spur Humor in die Mimik und Gestik seiner Figur mischt, sodass man eigentlich im 3-Minuten-Takt etwas zum Schmunzeln hat. Auf Neufundland wird er vom Zeitungsdrucker zum Zeitungsschreiber und vom Loser zum Gewinner. Er verliert seine Wasserscheu und findet schließlich ein Mädchen (
Julianne Moore). Natürlich wirkt die Story nach einem Roman von
E. Annie Proulx ein bisschen zu angestrengt „anders“, was man schon an den Namen der Figuren erkennen kann, jedoch ist die Umsetzung ziemlich leicht und unaufdringlich ausgefallen, was diese kleine Scharte wieder auswetzt. Außerdem arbeitet Hallström manchmal zu offensichtlich mit der „Ich-ändere-mein-Leben-Schiene“, was dem Ganzen ein wenig an Spannung nimmt, da ja klar ist, wie die Sache ausgehen wird. Ein dritter kleiner Kritikpunkt ist, dass der Film etwas länger geraten ist, als es das Skript verträgt. Nach einer Stunde ist der Schwung dann doch ein bisschen draußen, obwohl er zum Ende hin wieder kommt.
Diese drei Mankos fallen aber nicht weiter ins Gewicht, da der Film besonders durch seinen leisen Humor besticht. Wenn Agnis auf das Plumpsklo geht und so beiläufig die Asche ihres Bruders darin verschwinden lässt oder wenn Quoyle von seinen Arbeitskollegen verarscht wird, weil er sich ein schlechtes Boot gekauft hat, dann kommt eine angenehme Stimmung im Kinosaal auf, die bis zum Ende nicht verschwindet. Kitsch wird dabei zum Glück ausschließlich vermieden, da beim Anflug desselben die Hauptperson entweder in ein Fettnäpfchen tappt oder sonst etwas Amüsantes passiert.
Neben Kevin Spacey ist besonders Scott Glenn als Zeitungsherausgeber und Fischer zu erwähnen, der mit seinem rauen Charme bei den Zuschauern punkten kann und am Ende für einen der besten Gags des Filmes sorgt. Ich sage nur „Totenwache“. Der Rest der Cast liest sich wie das Who’s Who Hollywoods.
Judi Dench,
Julianne Moore,
Rhys Ifans oder
Pete Postlethwaite sind nur einige aus der hervorragenden Besetzung, die diesen Film zum Erlebnis macht.
Fazit: Hallström überrascht mit diesem Film nicht, jedoch läuft er wieder zu alter Form auf. Wirklich sehenswert.