Royal Tenenbaum (
Gene Hackman), ein in die Jahre gekommener Parade-Macho und Hochstapler, versucht das Herz seiner Noch-Ehefrau Ethel (
Anjelica Huston) zurückzuerobern, indem er eine tödliche Krankheit vortäuscht. Doch er hat die Rechnung ohne Ethels neuen Verehrer Henry (
Danny Glover) gemacht, und auch seine Kinder, allesamt ehemalige Wunderkinder, machen es dem jahrelang verschollenen Vater nicht gerade leicht, in den Kreis der Familie zurückzukehren.
Ein Haufen von schrägen, kettenrauchenden Typen, die sich vorzugsweise in schrille Klamotten kleiden (die sie bis zum Ende des Films nicht wechseln) und mit Ängsten und Neurosen behaftet sind:
Ben Stiller als angstneurotischer Chas,
Gwyneth Paltrow als zynisch-depressive Margot und
Luke Wilson (
"Natürlich Blond") als Richie, der Einzelgänger, der seine (Adoptiv-)Schwester liebt – die drei machen das Irrenhaus rund um den grandiosen Gene Hackman als deren chaotischen Macho-Vater und Angelica Houston als liebenswerte, aber mit den Eskapaden ihrer Kinder leicht überforderte Mutter, perfekt.
Regisseur
Wes Anderson gelingt es, eine skurrile, bis ins Detail abgestimmte Atmosphäre zu erzeugen - von einem ins Unkenntliche stilisierten New York bis zu den überspannten Protagonisten - rutscht aber gegen Ende des Films in eine platte „Ende gut, alles gut“ - Attitüde ab. Was jammerschade ist, da sein und
Owen Wilson’s Ideenschatz wirklich unerschöpflich zu sein scheint.
Owen Wilson (der kongenial-dümmliche Partner/Konkurrent von
Ben Stiller in
"Zoolander") hat das Drehbuch mitverfasst und spielt gleichzeitig den langjährigen Freund der Familie Tenenbaum – eine Figur, die in seiner Schrägheit mit den übrigen Protagonisten durchaus mithalten kann.
Regisseur Anderson und die Wilson-Brüder Owen und Luke scheinen ein gutes Team abzugeben: sie arbeiteten schon bei Andersons ersten beiden Filmen
"Rushmore" und
Bottle Rocket zusammen.
Ein kleiner Wermutstropfen: manchmal bekommt man in diesem Film den Eindruck, dass das anfangs geniale Drehbuch seinen zahlreichen außergewöhnlichen Charakteren nicht ganz gewachsen ist – was durch die Starbesetzung und deren durchwegs überzeugenden schauspielerischen Leistungen noch verstärkt wird.
Alles in allem ist
"The Royal Tenenbaums" trotzdem ein herausragender und unterhaltsamer Film, der sich angenehm vom Einheitsbrei made in Hollywood abhebt.
P.S. Es zahlt sich übrigens aus, den Film in der Originalversion anzusehen - nicht zuletzt wegen Alec Baldwin, der als Erzähler fungiert und mit seiner sonoren Bassstimme dem Film den letzten Schliff gibt.