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Spy Game
Robert Redford muss als kurz vor der Pension stehender Agent seinen Freund Bishop (Brad Pitt) aus einem chinesischen Gefängnis befreien. Das Blöde dabei ist, dass er im Hauptquartier des CIA festgehalten wird.


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Eine Kritik von Markus Steiger

Ein Ambulanzteam bei einem Einsatz in einem chinesischen Gefängnis. Unter den Ärzten befindet sich der Agent Tom Bishop (Brad Pitt), der eine Befreiungsaktion plant. Unglücklicherweise geht diese schief und er wird selbst Insasse einer Haftanstalt.

Ein Mann kurz vor der Pensionierung. Nathan Muir (Robert Redford) hat Bishop zu dem gemacht, was er ist. Nun wird er von den höchsten Tieren der CIA zu Bishops Person befragt. Muir, der erst langsam erfährt, was wirklich los ist, versucht seinen Schützling so gut wie möglich dastehen zu lassen und so erzählt er, wie sich die beiden kennen gelernt haben und was Bishop veranlasst haben könnte, in dieses Gefängnis einzudringen.

Langsam spitzt sich die Lage zu, denn Bishop soll innerhalb von 24 Stunden liquidiert werden. So muss sich Muir die CIA-Leute vom Hals halten und gleichzeitig die Befreiungsaktion für Bishop planen. Die Zeit läuft ab.

Kritik
Tony Scott hat sich seit Staatsfeind Nr. 1 einen kleinen Polster bei mir erarbeitet. Das damals (wieder einmal) Jerry Bruckheimer Produzent war, merkte man dem durchgestylten Technik-Thriller zu keiner Sekunde an, und das rechne ich Scott hoch an. Zwischen Staatsfeind Nr. 1 und seinem neuen Film "Spy Game" gibt es einige Parallelen, zu denen leider nicht das Niveau gezählt werden kann.

Zuerst fallen die Anfangstitel auf, welche fast eins zu eins aus seinem Vorgängerwerk übernommen sind. Zweitens handelt es sich auch hier um das Thema Geheimdienst, wobei wir diesmal alles aus der Sicht der Agenten serviert bekommen. Dritte und auffälligste Parallele sind die im Fast-Forward abgespulten Zwischensequenzen, die stark an die rotierenden Satelliten aus Staatsfeind Nr. 1 erinnern. Das waren die drei (wirklich extrem) ähnlichen Merkmale. Ansonsten unterscheiden sich die beiden Filme grundlegend.

Ähnlich wie der bald anlaufende "Enigma" steht die Action bei Spy Game nicht im Vordergrund. Vielmehr wird die Beziehung zwischen Bishop und Muir durch Aufträge, welche beide gemeinsam absolviert haben, erzählt. Dabei driftet das Drehbuch in einen Nebenplot ab, welcher eigentlich bald zur Haupthandlung wird. Von Vietnam bis Beirut sieht man das Agentenpärchen Auftrag für Auftrag erledigen, wobei man sich als Zuschauer fragt, was das nun soll. Scott schafft es nie, den Zuschauer für diese Beziehung zu interessieren. Plötzlich kommt auch noch eine Frau (Catherine McCormack) ins Spiel, die dem Ganzen Dramatik verleihen soll. Diese wird aber nie aufgebaut, sondern plötzlich eingestreut.

Peinlich dabei die Szenen, in denen Brad Pitt und Robert Redford in Vietnam 1975 das erste Mal zusammen arbeiten. Redford hat einfach Koteletten angeklebt bekommen und Pitt sieht 16 Jahre später noch immer gleich jung aus. Ganz schlimm ist die Szene, in der Pitt in Rambo Manier einen Verletzten in Zeitlupe im Flussbett dahinschleppt und Redford mit dem Heli zur Rettung heraneilt. Patriotismus, Pathos und Bruckheimer-Stil mischen sich da in die Inszenierung, und bekanntlich ist keine dieser Komponenten gut.

Die Schauspieler machen alle auf cool, wobei Redford natürlich wieder einmal der Obermacker ist. Er führt die ganze CIA an der Nase herum als wären die Agenten Nasenbohrer. So arrangiert er die Rettung Bishops durch irgend einen gefälschten Befehl, der gleich einen Kampfeinsatz nach sich zieht. So einfach ist das im Film.

Der größte Fehler des Films ist aber letztlich die Langeweile, die sich nach der ersten halben Stunde einschleicht. Einerseits ist die Geschichte dieser Männerfreundschaft uninteressant geschrieben und inszeniert, andererseits ist Scott nicht gerade der 1a-Kandidat für einen Film, der auf Dialogen basiert. Viel mehr sollte er sich wieder auf Filme á la Staatsfeind Nr. 1 oder Last Boy Scout konzentrieren. Das kann er.

Fazit: Viel zu lang, viel zu langweilig.