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Dead Man
Jim Jarmuschs Meisterwerk: Johnny Depp auf dem Todestrip durch den verendenden Westen. Der Beginn der Zivilisation, das Ende des Lebens. Sanft psychedlisch.


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Eine Kritik von Christoph Huber

"I am William Blake. Do you know my poetry? " sagt Johnny Depp, bevor er den tödlichen Schuss abfeuert. Selbst langsam an einer Kugel verendend, schleppt er sich an der Seite des Indianers "Nobody " (Gary Farmer) seiner letzten Ruhe entgegen, und durchquert dabei einen entvölkerten, unwirklich schönen Westen zur trippigen slide guitar Neil Youngs. Der Film mit dem sich Jarmusch nach einer Schaffenskrise neu erfunden hat (der nach Night on Earth schon etwas angestrengte Indie-Zwangshumor tritt wieder hinter der Melancholie zurück), ein Meilenstein im Kino der 90er, vielleicht der einzige wirklich revisionistische Western, der je gedreht wurde: Der weiße Mann findet seine Seele nicht mehr, was ihn nicht daran hindert, im Namen der Zivilisation die Welt zu zerstören. Nebenbei bemerkt: Inmitten eines in jeder Hinsicht großen Ensembles liefert der große Robert Mitchum einen seiner letzten Filmauftritte.