Seit mehr als zwanzig Jahren versieht die Crew der Dark Star ihre Aufgabe und zerstört Planeten die aufgrund ihrer Struktur zur Gefahr für die Raumfahrt werden könnten. Die chaotische Crew sieht sich aber plötzlich einer Bedrohung gegenüber die ihr Leben in höchste Gefahr bringt. Astronaut Pinback (
Dan O`Bannon) ist nur aufgrund eines bedauerlichen Irrtums an Bord und wird von allen anderen wie ein Trottel behandelt. Talby (
Dre Pahich), ein weiteres Besatzungsmitglied, sitzt die ganze Zeit im Observatorium und bestaunt die Sterne - und um dem eine Krone aufzusetzen, liegt der Kommandant in einem Gefrierfach, um ab und an wieder aufgetaut zu werden. Rundherum zerfällt das Schiff langsam, alles steuert unweigerlich auf die Katastrophe zu.
Wurde in
2001 - Odyssee im Weltall die kühle Schilderung einer möglichen Raumfahrt noch triumphal umgesetzt, so herrscht hier an Bord das Chaos. Es gibt kein Toilettenpapier, Graffitis schmücken die Wände. Ein Fremdwesen tobt durch das Schiff und das Bordfaktotum soll es einfangen. Ganz so, als ob jenseits der Schiffswände nicht die Kälte des Alls herrschen würde. Es kommt, wie es kommen muss. Durch einen Defekt wird der Abschuss einer Bombe sabotiert. Sie klemmt im Bombenschacht fest, ist intelligent, aber das hat einen ganz entscheidenden Nachteil. Während der stellvertretende Kommandant und sein Kollege streng logisch versuchen das Luder vom Explodieren abzuhalten, stützt sich das kecke Vernichtungsinstrument letztendlich auf einen religiösen Standpunkt, erklärt sich zum Gott von eigenen Gnaden und bläst alles in die Luft.
Das darauf folgende Finale mischt munter Versatzstücke der Science-Fiction durcheinander und bringt einen der seltenen Augenblicke in dem man sehen kann - sofern man offen dafür ist und das auch will - wozu dieses Genre fähig sein kann.
So ist die Figur eines Astronauten, der in die Atmosphäre eines Planeten stürzt, um zu verglühen, beileibe keine neue, sondern eine in der Science-Fiction Literatur oft gebrauchte Idee. Auch einen geradezu legendären kosmischen Surfer hat es schon vorher gegeben, wie manche wohl noch wissen werden. Doch die Mixtur, die dem Zuschauer hier geboten wird, ist einmalig für diese Zeit. Die Protagonisten sind in ihren Rollen gefangen, so wie ihr ehemaliger Vorgesetzter im Kühlfach. In den wenigen Filmen, die zu den guten Genrebeiträgen gehören, kommen ähnlich atmosphärisch gelungene Szenen zum Tragen. Wenn z. B. Roy Batty (
Rutger Hauer) in
"Blade Runner" von „brennenden Schiffen vor der Schulter des Orion“ spricht und die „verlorenen Momente in der Zeit“ heraufbeschwört, dann hat man für einen Augenblick einen Widerhall dessen gesehen, was Carpenter und seine Crew damals vorgezeichnet haben. So ist es vielleicht auch kein Zufall das ein Hauptmotiv aus dem
Philip K. Dick-Roman
Ubik ebenfalls in Gestalt des im seltsamen Halbleben gefangenen Offiziers auftaucht. Der stückchenweise ins Leben zurückgerufene Kapitän verleiht der ganzen Szenerie eine zusätzliche Morbidität. Auch ein zentrales Motiv eines der erfolgreichsten Science-Fiction Filme den uns die siebziger Jahre bescheren sollten, ist ja schon im Keim vorhanden: Das
"Alien". Bei allem Spaß und der Verspieltheit der Inszenierung ist es doch ein waschechter SF-Film, obwohl von Science natürlich fast keine Rede sein kann. George Lucas zeigte aber später, wie man den Anteil noch weiter reduzieren kann.
Carpenter bewies hier zum ersten Mal vor großem Publikum, wie man mit geringen Mitteln einen mehr als guten Film zustande bringt, etwas was ihm heutzutage nicht mal mehr mit gigantischen Summen gelingen will. Heraus kam ein vielgelobter Streifen, der dennoch noch oft unterschätzt wird.
Auch Dan O´Bannon kann sowohl in seiner Rolle als Co-Autor als auch als Darsteller des Alienjägers Pinback überzeugen. Spaß, Spannung und ein Hauch Sense of Wonder, auf diese Mischung hatten viele Zuschauer und Science-Fiction Begeisterte schon lange gewartet. Es wird Zeit, dass sich ähnliches bald wiederholt und dem ausgelaugt wirkenden phantastischen Film neues Leben einhaucht. Doch wo bleiben die Drehbücher fragt man sich angesichts solcher Storys wie
Star Wars: The Phantom Menace oder Langeweilern wie
"Lost in Space". Es muss ja nicht immer
Philip K. Dick sein. Ein Tipp zum Schluss - vielleicht liest ja ein hoffnungsvolles Regietalent diese Kritik: „Auch
James Tiptree jr. hat sehr gute Kurzgeschichten geschrieben die ein fähiger Autor sicherlich entsprechend bearbeiten könnte.“