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Die Monster AG
Der neue Animationsfilm von den "Toy Story"-Machern Pixar: Niedliche Monster müssen Kinder erschrecken, um durch deren Schreie Energie für ihre Stadt Monstropolis zu gewinnen.


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Eine Kritik von Markus Steiger

In Monstropolis gibt es keinen Strom. Energie wird hier aus den Schreien menschlicher Kinder gewonnen. Die Monster AG, vergleichbar mit unseren Stromgesellschaften, schickt ihre Mitarbeiter in die Kinderzimmer, um durch das Erschrecken der lieben Kleinen Energie abzuzapfen. Wichtig ist es dabei, den Kindern ja nicht zu nahe zu kommen, da diese giftig und absolut tödlich sind. Umso größer ist die Aufregung bei unseren beiden Helden Sulley (John Goodman) und Mike (Billy Crystal), als sie einen kleinen Balg auf ihrer Seite der Tür entdecken. Um nicht von der Spezialeinheit für Kinderkontakt festgenommen zu werden, verstecken sie das kleine Mädchen bei sich zu Hause, wobei besonders Sulley eine tiefe Zuneigung für den kleinen Balg entwickelt. Boo, so heißt die Kleine, wurde durch den hinterhältigen Randall (Steve Buscemi) in die Monsterwelt gebracht, da sie als Versuchskaninchen für eine neuartige Maschine herhalten muss, welche die Schreie der Kinder unter Zwang förmlich absaugt. Das gefällt Sulley und Mike natürlich gar nicht und so versuchen sie, das kleine Mädchen wieder heil in ihre Welt zu bringen.

Kritik
Nach dem hervorragend schnellen und witzigen "Toy Story 2" war ich wirklich gespannt, ob die Pixar-Leute ihr Niveau halten oder sogar noch übertreffen können. Dementsprechend auf Spaß eingestellt, wurde ich durch Monster AG ein bisschen enttäuscht. Die Witze kommen nicht so rasant und anarchisch wie bei den Spielzeugen und auch die Charaktere sind nicht ganz so originell. Grund dafür ist für mich die totale Vermenschlichung der Monsterwelt. Das Grundprinzip scheint einfach gewesen zu sein: „Nehmen wir einfach New York von heute und setzen ein paar schrullige Monster hinein, wobei der Spaß darin bestehen soll, dass diese Dinge tun, die normalerweise wir Menschen machen.“ Da gibt es das japanische Restaurant, in dem eine Krake der Sushi-Meister ist oder eine Schnecke, die den Boden wischt, um daneben eine riesige Schleimspur zu hinterlassen oder Mike, der sich vor dem Arbeiten eine riesige Kontaktlinse einsetzt. Diese Witze sind zwar typisch für diese Art Film, jedoch kann man hier nur selten von Originalität sprechen. So kommt es vor, dass man teilweise 15 Minuten im Kino sitzt, ohne auch nur ein einziges Mal richtig zu lachen.

Aber HALT: Das ist auch nicht nötig. Monster AG hat dafür andere Qualitäten. Um mit dem Technischen zu beginnen, die Animationen sind wieder einmal der Hammer. Sulleys Fell scheint in den schönsten Farben, wobei die Bewegungen seiner Haare detaillierter nicht sein können. Auch das Chamäleon Randall ist bei seinen Verwandlungen perfekt in Szene gesetzt, und sowieso passt bei den Animationen von vorne bis hinten alles. Der Höhepunkt in diesem Bereich ist die wahnwitzige Verfolgungsszene am Schluss, in dem die Helden den Bösewicht durch die riesige Türenhalle verfolgen. Wer zu Schwindelanfällen neigt, sollte bei dieser Achterbahnfahrt besser wegschauen. Punkten können die Macher auch mit dem Nettigkeitsfaktor, der bei diesem Film wohl die Skala sprengt. Sogar das hässlichste Monster scheint nicht furchterregend, und wieder einmal wird bewiesen, dass die größten und am gefährlichsten aussehenden die harmlosesten sind. Ganz besonders deutlich wird dies beim Yeti, der in die Menschenwelt verbannt wurde und nun in einer Eishöhle seine Eislutscher schleckt. Aus diesem Grund ist Monster AG der perfekte Film für die Kleinen unter uns, wobei die Eltern ruhig mit ins Kino dürfen, da auch für sie unterhaltsame 1 ½ Stunden herausschauen. Der Trend, auch für Eltern Zeichentrick- oder Animationsfilme zu machen, setzt sich also fort

Bei den Charakteren kann man natürlich nur die Stimmen bewerten, jedoch schafft es Billy Crystal sogar ohne seine leibliche Hülle, jeden zu nerven, der von ihm nicht so begeistert ist. Die Rolle ist ihm „auf den Leib geschrieben“, jedoch kann er den Job der Pointenschleuder nicht wirklich erfüllen. Wirklich gute Gags ergeben sich eher aus nebensächlicheren Szenen, wie zum Beispiel dem Monster, welches immer wieder mit Kinderkleidung in Berührung kommt und durch die Desinfektionsversuche der Spezialeinheit jedes Mal mitgenommener aussieht. Diese wirklich guten Witze sind aber eher die Ausnahme und das scheinen die Macher so gewollt zu haben, damit der Niedlichkeitsfaktor schön hoch bleibt.

Fazit: Monster AG enttäuscht nicht, bietet aber nichts Neues. Trotzdem gut gelungener Spaß mit hohem Knuffi-Faktor.