Geistergeschichte im spanischen Bürgerkrieg, von Guillermo del Toro stilsicher inszeniert: einer der besten Horrorfilme des Jahres.
Werbung
Der verwaiste Carlos wird Ende der 30er im Niemandsland der spanischen Wüste in einem Waisenhaus abgesetzt. Draußen tobt der Krieg, innen auch: Den Jungen verfolgen Geistererscheinungen, die auf ein düsteres Geheimnis in der Vergangenheit hinweisen, unter dem Aufsichtspersonal kommt es zu zwielichtigen Handlungen und Del Toro verstärkt die klamme Atmosphäre der Bedrohung mit Details und Kamerafahrten, die drohen ins Unmögliche zu gehen, um im letzten Augenblick vom Schnitt gerettet zu werden. Der Heimatausflug des Spaniers zwischen "Mimic " und Blade 2 etabliert ihn als einen der großen B-Horrorfilmautoren der Gegenwart: The Devil´s Backbone ist ein spannendes, im Herzen humanistisches Lehrstück über die Vervielfachung des Grauens: alles voller Spiegel, die Parallelwelten andeuten (so wie die Story den politischen Hintergrund unaufdringlich wiederspiegelt), in denen die von der Kamera umschmeichelten Akteure endgültige Leben und geistige Gesundheit zu verlieren drohen. Das Leben als Purgatorium, schaurig schön anzusehen: “Die Zeit ist um. Es gibt kein danach.”