Jay (
Jason Mewes) und Silent Bob (
Kevin Smith) sind zwei Dealer, die die meiste Zeit vor dem "Quick Stop ", einem kleinen Minimarkt, herumhängen. Als sie herausfinden, dass ein Comic, der auf ihren Erlebnissen basiert, verfilmt werden soll, sie dafür aber kein Geld erhalten haben, machen sie sich auf den Weg nach Hollywood, um ihren guten Ruf zu retten und ihren Scheck abzuholen.
"Why should I keep writing about characters whose central occupation is weed and dick and fart-jokes?"
Alles hat ein Ende, nur die Wurst hat zwei.
Der Jahrmarkt endet am Montag,
"Pearl Harbor" nach etwa 3 Stunden (auch wenn man sich´s weit früher gewünscht hatte), und nun enden auch
Kevin Smiths Schreib- und Regiekünste über seinen eigenen kleinen Minikosmos, das View Askewniverse, in dem alles ein wenig schräg liegt und miteinander zu tun hat. Oben gebrachtes Zitat stammt von Holden McNeil (
Ben Affleck, zuletzt zu sehen im oben angesprochenen
Bruckheimer-"filmtechnischer Genickbruch"-Film, und nun nicht mehr auf meiner Liste der meistgehassten Schauspieler), seines Zeichens Zeichner des "Jay&Silent Bob"-Comics, und bringt auch auf den Punkt, was
Smith will. Keine weiteren Abenteuer der Helden meiner Pubertät, und die damit verbundenen Dialoge über Fürze, Schwänze, Kiffer, Sex,
"Star Wars" und ähnliches. Na ja. Bedauerlich, aber es ist so. Aber bevor sich dieses Kapitel endgültig schließt, drückt
Kevin Smith noch mal aufs Gas. Und das ordentlich.
Jay and Silent Bob strike back ist eine wahre Achterbahnfahrt durch allerhand Witze. Full Comedy, wobei das größte "Fuck you!" des Films den Typen gilt, die die Anonymität des Internets ausnutzen, um sich das Maul über Personen des öffentlichen Lebens zerreißen (und, ja ich, weiß, damit bin ich gemeint. Danke der Nachfrage). Ein weiteres "Fuck you!" gilt übrigens der Kommerzmaschine Hollywood, für´s Protokoll. Mancher Joke mag nicht zünden, aber dennoch legt der Film ein wahnsinniges Tempo vor. Übrigens, ein paar (meistens sehr guter) Gags versteht man nur, wenn man
Smiths vorherige Filme
"Clerks",
Mallrats,
Chasing Amy und
"Dogma" gesehen hat. Wer das bis jetzt nicht getan hat: Das hier ist ein Wink mit dem Zaunpfahl. Und sei es auch nur um zu verstehen, warum
Jason Lee und
Ben Affleck gleich zweimal auftauchen (einmal als Brodie, einmal als Banky bzw. einmal als angesprochener Holden, einmal als seinereiner).
Allerdings (und jetzt kommen wir zu einem Punkt, an dem es anfängt, mir das Herz zu zerreißen) versteht man langsam, warum
Kevin Smith Jay und seinen heterosexuellen Lebensgefährten Silent Bob bis jetzt keinen ganzen Film anvertraut hat: Sie mögen gute Gaglieferanten sein, aber ihre hervorstechendste Eigenschaft (neben dem Fluchen) ist ihre Dummheit. Dummheit verträgt sich nicht mit Dialoghumor. Ihr dürft jetzt rechnen.
Insgesamt gesehen ist
Jay and Silent Bob schlagen zurück eine verdammt gute Komödie, der allerdings das gewisse Etwas fehlt.
Das entpuppt sich als Dialogwitz.
Schade drum.