Nach einem hervorragenden Eisenbahnüberfall verliert
"Rio Lobo " den Faden, um im letzten Drittel zur Struktur von
"Rio Bravo " zurückzukehren:
Howard Hawks´ letzter Film wäre gerne ein weiteres gemütliches Alterswerk darüber, wie einander Spaß vor und hinter der Kamera beflügeln, aber seine düsteren Seiten machen ihm einen Strich durch die Rechnung: Eine seltsame Neigung zum Sadismus und die desolate, vom Ende des Westerns geprägte Stimmung nehmen seinem Witz regelmäßig den Wind aus den Segeln. Faszinierend ist dieser unauflösbare Widerspruch natürlich trotzdem: Von Altersmüdigkeit geplagt, versuchen sich
Hawks´ Cowboys noch einmal an der Unbekümmertheit früherer Jahre und finden Frustration und nur kurzen Trost in ein paar Momenten des Zusammenspiels.
Jack Elam chargiert sich als Walter-Brennan-Ersatz dann gleich ins Nirwana: vielleicht hätten ihm die anderen folgen sollen.