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Akira
Im Tokio von 2019 regieren Gewalt und Chaos.


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Eine Kritik von Markus Steiger

Tokyo in ferner Zukunft. Nach einer Atomexplosion wurde die Stadt neu aufgebaut, doch regieren Chaos und Gewalt in den Straßen. Kaneda ist der Führer einer Schülermotorrad-Gang, die sich mit anderen Banden regelmäßig bekriegt. Eines Tages geraten er und sein Freund Tetsuo in einen Militäreinsatz, bei dem ein geheimnisvoller Junge das Ziel ist. Bei diesem Einsatz wird Tetsuo entführt. Kaneda macht sich auf die Suche nach seinem Freund und findet nach und nach heraus, dass die Regierung mit Kindern Versuche durchführt, um zu erfahren, ob diese paranormale Kräfte besitzen. Mit diesen Kräften soll Akira, die sagenumwobene Heilandsgestalt wiederbelebt werden, um Japan vor dem drohenden Zerfall zu bewahren. Tetsuos Kräfte werden von mal zu mal stärker und schon bald ist er auch von den Regierungstruppen nicht mehr zu stoppen. Kaneda hat sich inzwischen einer Untergrundbewegung angeschlossen, die vom Akira-Projekt weiß. Schließlich kommt es zwischen Tetsuo und Kaneda zum Endkampf im Olympiastadion, wo Akira begraben sein soll.

Kritik
Akira ist wohl der berühmteste Vertreter der jüngeren Manga-Generation. Von vielen als gewaltverherrlichendes und pseudophilosophisches Werk bekrittelt, hat dieses Meisterwerk sich nicht nur Freunde gemacht. So kritisieren viele die Gore-Effekt, die aber nur deshalb so fremd für uns wirken, weil wir nur die lieben Häschen und Rehchen aus den allseits bekannten Disney-Filmen kennen. Im Gegensatz zu Amerikas Trickfilmen traut sich der japanische Manga einiges. Gewalt, Sex und nicht jugendfreie Sprache stehen an der Tagesordnung.

In Akira präsentiert uns Regisseur Katsuhiro Ôtomo ein düsteres Bild der Zukunft, in der sich die Staaten, wie wir sie kennen, gegen anarchische Bewegungen wehren müssen. Dabei wirkt die von ihm erzeugte Endzeitstimmung einerseits beängstigend, andererseits aber auch faszinierend auf den Zuschauer. Man erfährt nichts genaues über die Umstände und doch ist man sofort in der Welt von Kaneda und Tetsuo gefangen. Wie in allen turbulenten Zeiten gibt es die Regierung, die mit allen Mitteln versucht, an der Macht zu bleiben, sowie eine revolutionäre Untergrundbewegung, die verhindern will, dass weitere Kinderversuche durchgeführt werden und die natürlich alles verändern will. Um dies zu bewerkstelligen, sind beide Gruppierungen hinter dem mysteriösen Akira her, der tief unter dem Olympiastadion begraben sein soll.

Ôtomo bedient sich bei der Figur des Akira, die bis zum Schluss ein geheimnisvolles Kinderwesen bleibt, der typischen Heilandsgestalt, die erscheinen soll, um das Chaos auf der Welt zu beenden. Bis dies aber geschieht geht es wirklich rund. Beeindruckend dabei sind die Motorradjagden und die Wutausbrüche und Halluzinationen des Tetsuo, in denen er von monströsen Kuscheltieren attackiert wird. Diese Szenen wirken wirklich beängstigend und sie sind auch neben den Gore- Effekten ein Grund, warum Kinder diesen Film auf keinen Fall sehen sollten. Wer will als Kind schon einen Teddy mit fletschenden Szenen und Klauen sehen?

Der Film ist zwar schon 1988 entstanden, er kann aber locker mit den heutigen computerunterstützten Zeichentrickfilmen in puncto Technik mithalten. Die Figuren wirken unheimlich realitätsnah und auch die Hintergründe sind ein Traum. Die Stadt wurde eindeutig von Ridley Scotts "Blade Runner" inspiriert. Ein von Lichtern und Lärm beherrschter Moloch, in dem das Leben schon lange nicht mehr lebenswert ist. Akira gilt als einer der Vorreiter für Filme wie "Ghost in the Shell", die auch in unseren Breitengraden ein immer größeres Publikum finden. Zumindest diese beiden Vertreter der jungen Manga-Generation sollte jeder gesehen haben.

Fazit: Wer auf futuristisch-philosophische Sci-Fi-Filme steht, der kommt um Akira nicht herum.