Kit Walker (
Billy Zane) ist das Phantom. All seine Vorfahren haben diese Berufung an den nächstfolgenden weitergegeben, um das Böse in der Welt zu bekämpfen. Eine neue Bedrohung bahnt sich an, als der Millionär Xander Drax (
Treat Williams) mit Hilfe dreier magischer Totenköpfe versuchen will, die Weltherrschaft an sich zu reißen. Da dieser aber in New York lebt, muss das Phantom seine Heimat, die Insel Bengalla, kurzzeitig verlassen, um die Welt zu retten.
Die Comicverfilmung um den ersten Superhelden überhaupt ging 1996 total unter, und das hat wohl seinen Grund. Völlig unmotiviert und auch ohne besondere Ideen spult hier
Simon Wincer sein Programm ab, ohne den Fans des Comics (habe ich auch als Kind gemocht) irgend etwas zu Fressen zu geben. So wird aus dem Phantom ein Mix aus
Indiana Jones,
Rocketeer und
The Shadow, wobei man nie das Gefühl hat, man würde etwas verpassen, verschwände man gerade mal so aufs Klo (ohne Pause-Taste).
Das erste Problem dieses Filmes ist seine Kinderfreundlichkeit. Alles ist nett und politisch korrekt. Keine Ecken und Kanten in der Inszenierung und schon gar keine bei den Figuren. Natürlich möchte ich keine Selbstzweifelmonologe vom Bösewicht hören, oder den Helden kurzzeitig aufgeben sehen, trotzdem hätte Wincer den Figuren etwas (und ich meine etwas) mehr Tiefe geben können. Einzig Billy Zane als Held kann durch ein paar ironische Gags glänzen, die man vom Comic eigentlich nicht kennt, da es im Grunde ernst ist. Ansonsten gibt es auf der Charaktereben nichts weltbewegendes.
Der zweite Fehler ist sicherlich die äußerst matte Story. Ich bin z.B. der Meinung, dass man durchaus auch bei dieser Art Film auf ein qualitativ solides Drehbuch setzen muss. Drei Gegenstände, die dem Eigentümer die Weltherrschaft bescheren, sind nicht gerade eine originelle Idee. Das es nur eine Comicverfimung ist, die niemandem Weh tun soll, ist da keine Ausrede.
Und nun zu Nummer drei. Seit Batman läuft kein Held mehr in seinen Originalklamotten herum. Leder heißt die Devise. Wincer versucht, bei seiner Verfilmung die Originalität durch das hautenge violette Originaltrikot des Helden zu erhalten. Ein Versuch, der zum Scheitern verurteilt sein muss. Im Realfilm sieht das nur noch peinlich aus. Dickes Minus.
Wer sollte sich
Das Phantom also ansehen? Erstens diejenigen, welche das Comic kennen und mögen. Zweitens Menschen, die gerne Typen in hautengen violetten Trikots herumlaufen sehen (ich vermeide hier den Ausdruck Perverse tunlichst). Drittens solche, die auf unkomplizierte und völlig harmlose Actionfilmchen stehen, die in ihrer Art doch liebenswürdig sind und durchaus ihre Fangemeinde haben. Viertens Ich, da ich Comicverfilmungen mag, egal, ob gut oder schlecht (und weil ich gerne Typen in violetten Trikots herumlaufen sehe).
Fazit: Harmlose, kurzeilige Action für Kinder und Erwachsene. SLAM EVIL!