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Dead Man on Campus
Unbekannte schwarze Collegekomödie


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Eine Kritik von Peter Paladin

Josh (Tom Everett Scott) und Cooper (Mark-Paul Gosselaar) teilen sich ein Zimmer auf dem Daleman-College. Josh versucht, seine guten Noten zu behalten, schließlich will er es im Leben zu etwas bringen. Cooper hingegen nimmt alles auf die leichte Schulter: Sein Dad kauft ihn durch die Schule, weswegen er nichts anderes zu tun hat, als Saufen, Kiffen und Frauen zu vernaschen. Irgendwann färbt dieser Lebensstil auf Josh ab, und beide sind plötzlich gefährdet, nicht versetzt zu werden. Das Problem: Fällt Josh durch, bekommt er kein Stipendium mehr.
Und Coopers Dad hat mittlerweile auch genug davon, sein Geld zum Fenster rauszuschmeißen. Die einzige Möglichkeit, noch durchzukommen, findet sich in der Hausordnung des Colleges. Stirbt der Zimmergenosse einer Person, so erhält diese glatte Einsen. Und weil weder Josh und Cooper Suizidgedanken haben, machen sie sich auf die Suche nach einem geeigneten Kandidaten.

Kritik
Folgendes Szenario: Ein Kollöege fragt: "In einer Zeit, in der nur noch miese Teenieslasher, Teeniekomödien und unromantische Teenieliebesfilme aktuell sind, gibt es da nicht einen Film, der zwar jugendliche Darsteller zeigt, aber dennoch weit abseits der Masse und gut ist?"
Eigentlich müsste ich dann aufschreien, mir eine Ohrfeige verpassen und dem Fragesteller die Dead Man in Campus-Kassette in die Hand drücken. Noch schlimmer ist zwar die Version "Was ist denn Dead Man on Campus?", aber das nur nebenbei. Also, wie schon gesagt, der Film zeigt jugendliche Hauptdarsteller. Diese sind glücklicherweise dem Highschoolalter entwachsen. Das muss ja nichts Gutes heißen, es gibt ja auch miese Collegefilme. Dass dieses Werk hier aber absolut jenseits der üblichen Klischees, Dialoge oder sonstigem steht, ist genauso faszinierend wie großartig. Tom Everett Scott, den manch einer noch aus der Gurke An American Werewolf in Paris kennt, darf hier wieder mal seinen berühmt-berüchigten, gequälten Gesichtsausdruck präsentieren. Der passt hier ausnahmsweise, und weil er Josh sogar gut gibt, kommt er prompt von meiner Schwarzen Liste. Sein Leinwandkumpel Mark-Paul Gosselaar hingegen steht bei mit unter "Da kann noch mal was draus werden".
Der junge Fernsehschauspieler sieht zwar aus wie ein junger Jim Carrey, dafür kann er keine Grimassen schneiden. Noch mal Glück gehabt. Stattdessen überzeugt er mit Mimik und perfekter Körpersprache (ich sage nur: "Hoppelhäschen" und "Was für ein wunderschöner Tag!"). Dann zu den Suizidkandidaten:
Noch nie hat eine Freakshow so viel Spaß gemacht. Egal ob paranoider Computerfreak, manisch-depressiver Rocker oder einfach ein, ähm, Irrer - alle drei kriegen ihr Ding auf die Reihe und sind für viele Lacher gut.
Damit hätten wir abgehakt:
-Klischees
-Schauspieler
-Dialoge
Jetzt fehlt nur noch der Soundtrack. Der erinnert zwar stellenweise wirklich als einziges an einen Teeniestreifen, aber setzt eher auf unbekannte Interpreten. Was ihn meiner Meinung nach sogar noch anspruchsvoller macht als gewöhnlich. Man hört einfach etwas Neues.
Also, hier findet man ein Musterbeispiel für das Kapitel "Wie mache ich einen Teeniefilm, der nicht einfach nur bescheuert ist?" aus dem Handbuch für Jungregisseure.