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Fear and Loathing in Las Vegas
Drogenwahn nach Hunter Thompsons klassischem Buch: Terry Gilliam in Höchstform.


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Eine Kritik von Christoph Huber

Einer der unterschätztesten Filme der Neunziger, eine atemberaubende Umsetzung von Hunter S. Thompsons 70er-Kultroman gleichen Titels. Reporter Raoul Duke (Johnny Depp) wird nach Vegas geschickt, um über das jährliche Motorradrennen in der Wüste zu berichten. Gemeinsam mit seinem Anwalt Dr. Gonzo (Benicio del Toro in der Rolle, für die ihm der Oscar gebührt hätte) und einem Kofferraum voll Drogen macht er sich auf den Weg: Das Chaos ist vorprogrammiert. Terry Gilliams erstaunlich werkgetreue Umsetzung der angeblich unverfilmbaren Vorlage ist ein durchgehender, rücksichtsloser Anschlag auf die Sinne: Den beiden Protagonisten zerrinnt im ständig bedröhnten Zustand jeder Sinn für Realität. Was in Buchform ein ironischer Abgesang auf die 68er-Ideale war, wird von Gilliam als zynischer Kommentar zur Entfremdung in der Shopping mall culture angelegt - als halsbrecherische Achterbahnfahrt durch die Untiefen westlicher Dekadenz und als hysterische Komödie an der Grenze zum Wahnsinn.