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Zusammen
Cannabis und Haferbrei: Der neue Film des Regisseurs von Fucking Amal spielt im Schweden der 70er-Jahre


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Eine Kritik von Susanne Wolf

Schweden, 1975: Elisabeth (Lisa Lindgren) hat genug von ihrem Mann Rolf (Michael Nyqvist), der zu Gewalttätigkeit und übermäßigem Alkoholkonsum neigt. Sie packt ihre Sachen und verlässt mit ihren zwei Kindern die gemeinsame Wohnung. Ihr Bruder Göran bringt die drei in der bereits überfüllten Kommune unter, in der er mit seiner Freundin Lena lebt .
In der Kommune lernt Elisabeth die unterschiedlichsten Menschen kennen, alle auf ihre Art typisch für ihre Zeit: da ist Göran, der Pazifist, der es allen recht machen will und der mit Lena lebt, die von der freien Liebe träumt. Das wird allerdings zum Problem, als sie sich in Erik, den Rebell und Kommunisten der Gruppe, verliebt. Anna hat sich gerade von Lasse getrennt, mit dem sie ein Kind hat, und ist aus Trotz gegen alle Männer Lesbierin geworden. Und dann ist da noch Klas, der Schwule mit der Cleopatra-Frisur, der es sogar schafft, den eingefleischten Heterosexuellen Lasse ins Bett zu kriegen.
Während die Erwachsenen ihre Beziehungskisten austragen, knüpft Elisabeths dreizehnjährige Tochter Eva zarte Bande zum Nachbarssohn. Elisabeth und ihre Kinder bringen frischen Wind in die Wohngemeinschaft und plötzlich ändert sich so einiges...
Unterdessen ertränkt Rolf seinen Kummer über die plötzliche Einsamkeit in Alkohol. Erst Biger, den er durch seinen Job als Installateur kennen lernt und der genauso einsam ist wie er selbst, bringt ihn dazu, um sein Eheglück zu kämpfen...

Kritik
Der Name ist Programm: Zusammen ist besser als alleine, ob das nun die Bewohner der Kommune betrifft oder die gefährdete Ehe zwischen Elisabeth und Rolf.
Regisseur Lukas Moodysson (Raus aus Amal) nimmt die Hippie-Kultur der 70er-Jahre humorvoll unter die Lupe, ohne sie ins Lächerliche zu ziehen. Ideale wie die freie Liebe, Sozialismus und das Anderssein um des Andersseins willen erscheinen plötzlich nicht mehr so erstrebenswert, wenn die dreizehnjährige Eva über das Leben in der Kommune sagt: " Hier ist alles verkehrtrum. Anna findet Männer doof, nur weil alle anderen Frauen sie gut finden."
Moodysson legt mehr Wert auf Dialoge und Charaktere als auf technische Feinheiten, und das macht seine Filme so sympathisch.