Julio Medems Film über die Liebe und die Zufälle, die unser Leben bestimmen
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Ana und Otto sind noch Kinder, als sie zu Stiefgeschwistern werden: Anas Mutter Olga lernt Ottos Vater auf dem Schulhof der Kinder kennen, als es bereits um Otto geschehen ist: er hat sich unsterblich in Ana, das hübsche Mädchen aus der Parallelklasse, verliebt. Es dauert einige Zeit, bis Ana beginnt, Ottos Gefühle zu erwidern und bald darauf verlässt der heranwachsende Otto seine Mutter, um zu seinem Vater und dessen neuen Frau – Anas Mutter- zu ziehen.
Die - heimliche - Liebesbeziehung der beiden nimmt ihren Lauf, bis überraschend Ottos Mutter stirbt. Von Schuldgefühlen zerfressen, will Otto sich das Leben nehmen. Der Selbstmordversuch misslingt, aber er ändert das Leben aller von Grund auf: Otto verlässt überstürzt das Haus seines Vaters und hinterlässt seine Familie, Ana miteingeschlossen, ohne Angaben eines Aufenthaltsortes. Olga hat einen neuen Liebhaber und verlässt Ottos Vater. Und Ana gibt bald die Suche nach Otto auf und geht eine Beziehung mit einem ehemaligen Lehrer Ottos ein.
Inzwischen hat sich Otto einen Kindheitstraum verwirklicht und ist Pilot einer Fluggesellschaft geworden, die Botenflüge nach Finnland durchführt. Und hier, am Polarkreis, wird sich das Schicksal von Ana und Otto besiegeln...
Die Schicksale zweier Generationen, die sich überschneiden, prägen diesen Film: Otto wurde nach einem deutschen Piloten benannt, der im spanischen Bürgerkrieg von Ottos Großvater aus einer misslichen Lage gerettet wurde. Jenen ehemaligen deutschen Piloten lernt Ana nach vielen Jahren kennen, und er ist es, der die zwei Liebenden am Polarkreis zusammenführt – der Kreis schließt sich...
Kritik
Das Leben besteht aus Zyklen, alles wiederholt sich, alles dreht sich im Kreis: Ein intelligenter und ambitionierter Film, dessen Handlung gegen Ende hin einige Längen aufweist und zu sehr ins Melodramatische abrutscht.
Das tut jedoch den Leistungen der Darsteller keinen Abbruch:
Fele Martinez gibt in der Rolle des Otto einen zerrissenen, getriebenen jungen Mann, der mit sich nicht ins Reine kommt; und
Najwa Nimri überzeugt als impulsive Ana, die dem Zufall vertraut und auf die Liebe ihres Lebens wartet.
In klaren, eindringlichen Bildern wird eine Liebesgeschichte erzählt, die durch einen Zufall begann und durch einen Zufall endet. Mit Hilfe von Kamera und Montage gleitet Julio Medem mühelos durch Zeiten und Räume und lässt den Zuschauer Anteil nehmen an den Irrungen und Wirrungen zweier außergewöhnlicher Menschen.