In nicht allzu ferner Zukunft hat die Menschheit das Tor zum Weltraum aufgestoßen, und zwar durch die Entwicklung von sogenannten Jumppoints, die Routen von unermesslicher Reichweite auf einen Bruchteil verkürzen. Doch der erste interstellare Krieg lässt nicht lange auf sich warten: Die Kilrathi, eine Art Katzenwesen, erklären der Menschheit den Krieg im All. Mittendrin: Die zwei Akademiefrischlinge Christopher Blair (
Freddie Prinze Jr.) und Todd "Maniac " Marshall (
Matthew Lillard). Während die beiden noch Probleme mit der Disziplin haben, entwenden die Kilrathis eine Jump-Boje, die einen Jumppoint zur Erde erzeugen kann. Das einzige Schiff in Reichweite ist die Tigerclaw, was zur Folge hat, dass Blair und Maniac sich schneller im Krieg wiederfinden, als ihnen lieb ist....
Zur Arbeit eines Filmkritikers gehören mehrere unentbehrliche Dinge. Nein, ich rede NICHT vom Pornostudio im Keller zwecks Unterhaltung der teuren Videosammlung. Auch die dazu passende Praktikantin ist nicht gemeint. Gemeint ist stattdessen ein System, die ganzen Filme irgendwie zu kategorisieren. Ich benutze dazu Listen, die sind schön praktisch. Meine Listen sind farbig sortiert. Ich zähle mal ein paar negative auf, weil das mehr Spaß macht.
1. Die Schwarze Liste
Ist dafür zuständig, alle Schauspieler, Regisseure und Produzenten aufzuzählen, die es in letzter Zeit ÜBELST verbockt haben. So Leute wie
John Travolta (dank jedem Film nach
Face/Off - Im Körper des Feindes),
John Woo (dank
M:I "Unnötige Romanze"-2), und der alte
Bruce Willis hängt dank
Armageddon noch mit halben Bein drin.
Tom Everett "Quälgesicht" Scott kriegt wegen
Dead Man on Campus Begnadigung.
2. Die Braune Liste
Heißt so, weil die Filme, die da drauf stehen, mich an die gleichfarbige Ausscheidung verschiedener Landsäuger erinnert. So Müll wie
Knock Off,
Eine wie keine,
Ich weiß, was Du letzten Sommer getan hast und jeder
Jerry Bruckheimer seit
The Rock.
3. Die Rote Liste
Ist für mich besonders schmerzhaft, weil sie all die Filme beinhaltet, die viel Potenzial hatten - das aber hoffnungslos verschenkten.
Heute geht es um einen Film, auf den ich mich wirklich gefreut hatte. Ein Film, in den ich ohne Achtung vor den Kritikern ging. Und der nun so weit oben in der Roten steht, dass er mit dem Kopf schon fast das haarige Hinterteil des ewigen Spitzenreiters
Four Rooms berühren müsste.
Die Rede ist, man ahnt es schon, von
Chris Roberts´
Wing Commander: Spannung, Dramatik, Action... all die Dinge, die mich zum Fan der gleichnamigen Spielereihe machten - sind hier nicht mehr enthalten. Statt auf relativ schnörkelloses, gradliniges Ballerkonzept zu setzen, dass den Charme der Games ausmachte, musste Roberts das Ganze mit unglaubwürdigem Handlungsbogen, schlechter Dramaturgie, schnarchiger Romantik und absolut unpassender Mystik verwässern, die den von mir so liebgewonnen Christopher Blair völlig durch den Fleischwolf orgelt. Einen "großen Kriegsfilm" wollte er drehen, unser Mr. Roberts. Ob das der Grund war, dass die Dekoration einem Kriegsgerät der Prä-Bismarck-Ära stärker ähnelt als einem Kampfkreuzer der Föderation? Eher das Budget. Dafür spricht auch die Tatsache, dass der ganze Film in Luxemburg gedreht wurde und die "Rapiers" nichts anderes sind als alte MIGs aus dem 2. Weltkrieg, auf die nur etwas Elektromüll geschraubt wurde. Ich kann es ja gerade noch so ertragen, dass die einst so imposanten Kilrathis nun mit dem Bewegungsrepertoire der Augsburger Puppenkiste herumstaksen und von Seiten der Kriegsschiffe keinerlei Laserfeuer zu sehen ist. Mit einem Cocktail aus Antidepressiva und Morphium. In tödlicher Dosis. Aber dann das restliche Geld mit allerlei unpassenden, aufdringlichen Teenieschauspielern zu verpulvern, haut mich um. ARGH! Fangen wir am Besten... nein, am Schlechtesten mit dem Charakter von Christopher Blair an. Den hatte ich vorher als Fleischklumpen abgestempelt. Das war zu optimistisch. Der Fleischklumpen heißt nämlich in Wirklichkeit Freddie Prinze Jr. Meine Fresse. Früher war das mal
Mark Hamill. Mark Hamill - Freddie Prinze jr...seht ihr den Unterschied? Von diesem Teeniefuzzie hab´ ich bisher keine einzige ordentliche Leistung erlebt! Er hat bisher nur zwei Teenieslasher überlebt. Toll, und dafür musste
Sarah Michelle Gellar dran glauben. Super. Die hatte wenigstens Talent. So knapp unterhalb der Stimmbänder. Prinze jr. hat noch nicht mal seine Gesichtsmuskeln unter Kontrolle. Entweder gibt er meinen Lieblingscharakter (neben Maestro aus "Prophecy") teilnahmslos wie ein Dauerkonsument meines oben genannten Beruhigungsdrinks oder überschwenglich-tuntig wie Fossie Bär auf Crack. Wo wir schon bei Drogenmissbrauch sind: Hat den niemand drauf geachtet, Matthew Lillard vor Drehbeginn den Stu aus
Scream auszuprügeln?! Ja Matt, wir wissen, dass du den überkandidelten Psycho drauf hast. Ist wahrscheinlich angeboren. Leider passt diese Performance ü-ber-haupt-nicht zum eher aufschneiderischen, selbstüberzeugtem Maniac. Der wurde übrigens früher mal von Tom "Biff" Wilson dargestellt. Der Kerl hatte auch was auf dem Kasten. Und von der unterschwelligen, heimlichen Rivalität zwischen Blair und Maniac, die mich an Pamela "Silikonsandsack" Anderson und Anna Nicole "Rentermatraze" Smith erinnert, ist nichts mehr da. An ihre Stelle tritt eine Freundschaft, die soviel Falschheit versprüht wie Latexpellwurst Britney Spears mit ihrem ganzen Jungfrauengehabe.
Aber sowohl Hamill als auch Wilson sind zu alt. Nicht zu alt für die Figur des "Paladin" (Ja, jetzt keine Witze!) ist hingegen
Jürgen Prochnow. Der spielt übrigens als Einziger richtig gut. Aber um seine Karriere mache ich mir Sorgen: Erst
Das Boot, dann
The Replacement Killers, jetzt diese Bauchlandung....was kommt als Nächstes? Kloputzer?! Nein, fürs Klo ist eher das Drehbuch mit seinem Deus-Ex-Machina-Ende. Soll es den Kanalratten Schmerzen bereiten. Ich bin es leid. Wieso wurde "Angel" eigentlich zur Britin gemacht?!! Oder "Maniac" diese unromantische, an den Haaren herbeigezogene Liebschaft angedichtet? Hoffnungslos. Warum ich dem Ding trotzdem noch ETWAS Gnade zeige und nicht den 100% Schrott-Stempel zücke? Tja, weil, bei allem anderen Müll in diesem Film, es auch Lichtpunkte gibt. Bei den Dogfights der einzelnen Jagdflieger zum Beispiel. Oder bei der Filmmusik. Da, scheint es, erstrahlt Wing Commander noch in altem Glanz von durchzockten Nächten.
Und nach diesem Seelenqualen an Schreiberei muss ich mich jetzt mit einer Extra-Dosis
Drew Barrymore trösten. Und jetzt alle. Eins, zwei...
Das ham´ ´mer uns verdient/
düdüdüü.../
das ham´ ´mer uns verdient!/
FAZIT: Für die Kür gibt´s gerade mal zwei Punkte. Die Filmlaufzeit lieber mit einem Wing Commander-Game eigener Wahl verspielen.
(Flüche, Morddrohungen und Briefbomben verärgerter Fans von Jerry Bruckheimer, Freddie Prinze Jr., Matthew Lillard, Pamela Anderson, Anna Nicole Smith und Britney Spears bitte an meine Adresse, ich bin´s gewohnt. Danke.)