Suche: Suche abschicken


Die Copjäger
Widerliches Comeback für Steven Seagal: menschenverachtende Action.


Werbung

Eine Kritik von Christoph Huber

Steven Seagal hat das Charisma einer Bandnudel, aber sein Schlag ist al dente: das dürfte der Grund sein, warum er es als Ex-Kampfsportler in die Riege der großteils vergessenswerten Schwarzenegger-Stallone-B-Imitatoren geschafft hat. Leider bleibt sein erfreulicher Abtritt in Executive Decision nicht die letzte Eintragung in seine Filmographie: Mit Exit Wounds - Die Copjäger baut Andrzej Bartkowiak ein Selbstjustizvehikel, das die interessante ideologische Verwirrung seines Debüts Romeo must die als pure Unfähigkeit entlarvt: Den schwarzen Darstellern hier (DMX, Anthony Anderson, selbst der Gastauftritt des großen Bill Duke ist unnütz) bleibt nur das Klischee, die Handlung schlägt dafür alle Misstöne an, die man sich so vorstellen kann: Von faschistischer Selbstjustizverherrlichung bis zur Frauenfeindlichkeit werden alle Register gezogen. "Ein Leben für die Gewalt ": Wenn Seagals Vorgesetzte als love interest aufgebaut wird, darf sie nach dem schönen Wortwechsel "Ich dachte Frauen sind schlechte Autofahrer " - "Das stimmt auch " prompt am Lenkrad zerquetscht werden - macht aber nichts, die Verfolgungsjagd geht mit einem flotten Scherz weiter. Dialoge wie "Sagst du mir worum´s geht " - "Vielleicht um nichts, aber wenn ich recht habe, geht´s um viel und dann steht die Scheiße bis zur Decke " würden für mehr Erheiterung sorgen als die erbärmlichen Comedy-Einlagen von Seagal selbst, wenn der Tonfall des Ganzen nicht so menschenverachtend wäre, dass einem das Lachen vergeht: In gar nicht übel inszenierten Actionszenen können sich die Macher an möglichst brutalen Formen des Aufspießens, Kopfabreißens usw. gar nicht satt sehen: Die wirkliche Austrittswunde von Exit Wounds ist die Schädeldecke: sofortige Gehirnzerstörung.