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Dracula 2000
Ein neuer Versuch über eine alte Geschichte. Produziert von Wes Craven, inszeniert von Patrick Lussier, der damit seine zweite Regiearbeit vorlegt.


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Eine Kritik von David Krems

Gar große Männer der Regiekunst (Murnau, Coppola) haben sich schon am Dracula-Sujet versucht. Nun gibt es einmal mehr die Möglichkeit dieses Thema auf die Leinwand projiziert zu bekommen. In die Riege der soeben genannten wird Patrick Lussier, der unter anderem schon für Wes Cravens Scream-Trilogie tätig war, mit diesem Werk allerdings kaum aufsteigen.

Der untote Graf, verkörpert von Gerard Butler (eine Art Antonio Banderas für Arme, was natürlich die Frage aufwirft, ob Herr Banderas selbst etwas für wirklich reiche Leute ist?), wirkt ambitioniert böse, und schreitet mit stets zynischem, diabolischem Lächeln auf den Lippen durch etwa 90 Minuten Film. Gegen Ende entpuppt er sich gar als Judas, der sich aus Verzweiflung über die Schuld am Tode Jesu kurzerhand an den nächsten Baum knüpfte. Blöderweise riss jedoch der Strick (ein Leone-Zitat?, - wenn ja, dann wär´s sogar fast witzig) und der Unglückliche schreitet nun seit 2000 und einem Jahr rastlos durch die Welt, stets auf der Suche nach dem nächsten Opfer. Ein solches meint er auch in der jungen Mary (Justine Waddel) zu erkennen, die sich ihr Geld im Virgin Store verdient. (Was natürlich wieder eine witzige Sache sein soll, dann aber doch fast zu einer lästigen Angelegenheit wird, da das rote Virgin-Logo anscheinend den gleichfarbigen Faden ersetzen soll, der dem Film de facto fehlt.) Jedenfalls wird’s dann immer wilder, bis Dracula schließlich wieder einen Strick um den Hals bekommt. (Diesmal jedoch unfreiwillig, dafür reißt er aber nicht!)
Ob es sich gelohnt hat, auf einen derartigen Abgang 2000 Jahre zu warten, sei dahingestellt.

Da und dort wurde Dracula 2000 bereits mit Filmen wie Polanskis The ninth gate oder Stigmata verglichen. So waren Polanski neun Pforten zwar auch nicht gerade der Suspense-Reißer, doch einem Vergleich mit dem Werk von Patrick Lussier hält er alle Mal stand (und Stigmata hatte zumindest einen akzeptablen Soundtrack im Gepäck). Lediglich was die Suche nach zeitgemäßer visueller Ästhetik angeht, machen derartige Vergleiche mitunter Sinn (Stand für Dracula 2000 doch immerhin Peter Pau hinter der Kamera, der zuletzt mit seiner Arbeit für Ang Lees Tiger & Dragon Aufmerksamkeit erregte).