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Gegen jede Regel
Ein schwarzer Trainer erhitzt Anfang der 70er in Virginia die Gemüter . Er bringt Schwarz und Weiß in einem Footballteam unter und gewinnt auch noch Spiele.


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Eine Kritik von Markus Steiger

Anfang der 70er wird farbigen Jungen und Mädchen in Alexandria, Virginia zum ersten Mal der Besuch einer öffentliche Schule erlaubt. In einem Zuge steht den Jungen nun auch das Footballteam offen, in dem bisher nur Weiße spielen durften. Zum großen Schock der Teamspieler und der Einwohner bekommt das hiesige Footballteam The Titans auch noch einen neuen Trainer (Denzel Washington). Und der ist schwarz. Ihm weichen muss der beliebte und angesehene Coach Bill Yoast (Will Patton), der kurz vor einer Aufnahme in die Hall of Fame des Footballs steht. Nach anfänglicher Enttäuschung entschließt dieser sich aber, unter dem neuen Coach als Defense-Trainer zu arbeiten. Schon im Trainingscamp wird klar, dass der neue Trainer weniger auf die Hautfarbe, sondern mehr auf die Leistung achtet. So müssen sich die Spieler zwangsläufig vertragen, da sie ja in einer Mannschaft spielen sollen. Bald wird aus Hass Freundschaft und das Team schweißt sich zusammen. Als die Titans aus dem Trainingscamp wieder zurückkommen bemerken sie aber, dass die Akzeptanz bei den Einwohnern von Alexandria noch nicht so groß ist wie unter den Spielern. Mit Siegen will man aber deren Vertrauen gewinnen.

Kritik
Um nicht schon im Vorhinein negativ auf einen Film eingestellt zu sein, darf ein Film für mich gewisse Eigenschaften nicht besitzen. Erstens darf er nicht von Jerry Bruckheimer produziert sein. Dieser hier ist es. Zweitens darf er auf keiner wahren Geschichte basieren. Dieser hier tut es. Drittens darf er auf keinen Fall von einer regionalen Footballmannschaft handeln. Das tut er auch. Viertens sollte nicht Denzel Washington mitspielen (da Tränendrüsendrückergarant), jedoch trifft auch das zu. Mit all diesen negativen Vorzeichen wagte ich mich eher zurückhaltend in diesen Film. Überraschenderweise kommt es am Ende nicht ganz so dick, wie man es sich erwartet hat.

Der Regisseur Boaz Yakin beginnt seinen Film mit furiosen Auftritten Washingtons als tyrannischer Trainer, der sowohl Schwarz als auch Weiß zum Schwitzen bringt. In vielen amüsanten Szenen lässt er die Spieler auflaufen und bringt ihnen bei, miteinander zu arbeiten. In dieser ersten Phase ist der Film wirklich angenehm anzuschauen. Natürlich weiß man aber, dass Sportfilme mit Außenseitern immer zu kitschigen Enden führen, die meistens von Pauken und Trompeten untermalt werden. So auch hier.

Langsam geht dem Regisseur die Luft aus, und so schleichen sich typische Hollywoodszenen ein, die man Schreiberlingen verdankt, denen die Realität wohl doch etwas zu real und auch zu langweilig ist. Im Laufe des Filmes zweifelt man immer öfter an der vollen Wahrhaftigkeit der Geschichte. Da werden Stereotype aufgebaut, die nur zwischen Nächstenliebe oder Ignoranz schwanken. Natürlich gibt´s zum Ende hin noch ein kleines Drama, welches aber schnell relativiert wird, um dem Zuschauer nicht weiter zu Last zu fallen. So erleidet der Starspieler Gerry (wirklich gut gespielt von Ryan Hurst) kurz vor dem Meisterschaftshöhepunkt bei einem Autounfall eine Querschnittslähmung. Um den Zuschauer aber seelisch zu entlasten, lächelt er bald schon wieder mit den Worten: "Ich habe gehört, es gibt für Rollstuhlfahrer olympische Spiele." Uff, da haben wir noch einmal Glück gehabt. Ohne diesen Satz hätten wir ja fast Mitleid mit dem Jungen gehabt und wären nicht befreit und glücklich aus dem Kino entfleucht. Das zweite Beispiel ist Gerrys Freundin, welche am Anfang mit seinem besten Freund, dem Schwarzen Julius, nicht viel zu tun haben will. Kurz vor dem Ende muss sie sich natürlich noch überwinden, auf Julius zuzugehen und ihm die Hand zu schütteln. Fällt dem Regisseur beim Dreh nicht auf, was für eine besch...... Szene das abgibt?

Das Thema Rassismus wird oberflächlich angefasst und mit schon bekannten Szenen gezeigt. Außerdem zeigt der Regisseur im Film eben diese Stereotype, die den Rassismus eigentlich schüren. Es gibt nur soulsingende Schwarze und konservative Weiße. Einzige Ausnahme ist Lewis Lastik (Ethan Suplee), der wohl zwischen den Fronten steht und dadurch zur sympathischsten Figur wird.

So endet der Film mit dem Sieg der Titans. Im Abspann hört man noch etwas über die weitere Geschichte der Trainer und Spieler mit der Erwähnung, dass Gerry schließlich doch Olympiasieger geworden ist. Damit stellt Yoakin klar, dass sich die, die sich noch immer Sorgen um Gerry machen, dies jetzt wirklich nicht mehr zu tun brauchen. Die Leistungen der Schauspieler sind durchwegs gut bis hervorragend. Viele junge Akteure, darunter besonders Ethan Suplee (bekannt als der dicke Nazi aus American History X), stellen ihr Können unter Beweis und auch Denzel Washington und Will Patton machen ihre Sache gut, jedoch lässt ihnen das Drehbuch und wohl auch der Produzent (Grüße an Jerry) keine Chance. So klopfen sie am Schluss nur noch Standartsprüche herunter, die wir aber wirklich schon X mal gehört hat.

Fazit: Guter Anfang, mittelmäßiger Mittelteil, katastrophales Ende.