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Sade
Ein Jahr im Leben des berüchtigten Marquis - origineller und intelligenter Historienfilm.


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Eine Kritik von Christoph Huber

Benoît Jacquot, ein stets interessanter, bei uns leider nur selten repräsentierter Regisseur, legt mit Sade noch vor Phil Kaufmanns Quills eine spannende Auseinandersetzung mit den Ideen des adeligen enfant terrible vor. Während draußen die blutige Revolution wütet, versucht sich der Marquis in einer Zuflucht/Anstalt als Libertin und Künstler in der Vermittlung seiner Ideen. Die Konzentration auf einen kurze Zeitspanne hat naturgemäß ein paar kleinere Nachteile (gegen Ende muss dann doch noch die Aussage in einem langen Monolog zusammengefasst werden), aber in seiner Kollission von klassischem Kostümstoff und betont moderner Inszenierung (die schmucklose, ruhelose Kamerarbeit des großen Benoit Delhomme erinnert eher an kontemporäre Nachrichtensendungen) durchwegs origineller und schwer unterhaltsamer Film, auch dank eines großartigen Ensembles. Daniel Auteuil nutzt die Hauptrolle für eine gelegentlich etwas zu manierierte, stets amüsierte Leistung, unterstützt wird er souverän von Grégoire Colin, Jeanne Balibar, dem greisen Jean-Pierre Cassel, der jungen Isild Le Besco und vor allem der wie immer atemberaubend sublimen Marianne Denicourt.