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Die letzte Versuchung Christi
Scorsese pumpt frisches Blut ins alte Bibelgenre.


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Eine Kritik von Christoph Huber

Zwischen hyperkinetischer Aktion und dem ständigen nagenden Zweifel seines Protagonisten pflockt Martin Scorsese diesen Meilenstein ins Bibelgenre. Fast ungläubig starrt Willem Dafoe als Jesus auf die Wunder, die er vollbracht hat, die Begeisterung geht mit ihm während der Reden durch. Viele Proteste wegen angeblicher "Blasphemie " hagelte es als Scorsese sein Wunschprojekt - die Verfilmung von Nikos Kastanzakis umstrittenen Roman über den zwischen göttlicher Berufung und menschlichen Bedürfnissen schwankenden Jesus - realisierte. Tatsächlich ist Scorseses Film ein wagemutiger, liebevoller Versuch, ein Genre papiernen Monumentalkinos aus dem Schlaf zu reißen. Scorsese setzt dabei ebenso auf Ironie wie auf Ehrfurcht. "Could you do this? Betray your master? " fragt Judas (Harvey Keitel). Und Jesus antwortet: "No. That´s why god gave me the easier job. " Mit David Bowie, Barbara Hershey und Harry Dean Stanton.