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Felicia, mein Engel
Atom Egoyan in England: hübscher Psychothriller mit hervorragendem Schauspiel.


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Eine Kritik von Christoph Huber

Atom Egoyan verlässt seine kanadische Heimat, um im Industriegebiet Birminghams die Geschichte vom Aufeinanderprallen zweier Charaketere zu erzählen: Das naive irische Mädchen Felicia (Elaine Cassidy), das auf der Suche nach dem Vater ihres noch ungeborenen Kindes den eigenwilligen Einzelgänger Hilditch (Bob Hoskins, eine sehr schön kontrollierte Darstellung immer bedrohlicherer Mannierismen) trifft. Egoyans Film erzählt - prächtig gestaltet (etwa im Kontrast zwischen der 50er-Nostalgie von Hilditchs Apartment und der tristen Außenwelt) - wieder von seinen Lieblingsthemen (Schuld, Voyeurismus, zerbrechliche ersatzfamiliäre Bande), jedoch nicht mit derselben Sicherheit wie seine Vorgängerfilme Das süße Jenseits und Exotica: Neben dem etwas ungelenken Aufeinandertreffen von hysterischer Komik und Egoyans typisch psychologischem Erzählfluss bremsen Mychael Dannas dick aufgetragene Musik und die etwas unsichere Plazierung der absurderen Szenen das Unternehmen wieder ein. Paradoxerweise also vor allem für Leute, die mit dem bisherigen Schaffen des Regisseurs nicht vertraut sind eher ein Genuss, für die anderen noch immer ein interessantes Nebenwerk.