Atom Egoyan verlässt seine kanadische Heimat, um im Industriegebiet Birminghams die Geschichte vom Aufeinanderprallen zweier Charaketere zu erzählen: Das naive irische Mädchen Felicia (
Elaine Cassidy), das auf der Suche nach dem Vater ihres noch ungeborenen Kindes den eigenwilligen Einzelgänger Hilditch (
Bob Hoskins, eine sehr schön kontrollierte Darstellung immer bedrohlicherer Mannierismen) trifft. Egoyans Film erzählt - prächtig gestaltet (etwa im Kontrast zwischen der 50er-Nostalgie von Hilditchs Apartment und der tristen Außenwelt) - wieder von seinen Lieblingsthemen (Schuld, Voyeurismus, zerbrechliche ersatzfamiliäre Bande), jedoch nicht mit derselben Sicherheit wie seine Vorgängerfilme
Das süße Jenseits und
Exotica: Neben dem etwas ungelenken Aufeinandertreffen von hysterischer Komik und Egoyans typisch psychologischem Erzählfluss bremsen
Mychael Dannas dick aufgetragene Musik und die etwas unsichere Plazierung der absurderen Szenen das Unternehmen wieder ein. Paradoxerweise also vor allem für Leute, die mit dem bisherigen Schaffen des Regisseurs nicht vertraut sind eher ein Genuss, für die anderen noch immer ein interessantes Nebenwerk.