Suche: Suche abschicken


Dancer in the dark
Lars Von Triers postmodernes Musical mit Björk.


Werbung

Eine Kritik von Christoph Huber

Die tschechische Emigrantin Selma (Björk) arbeitet in einer Fabrik in der amerikanische Provinz. Ihr trauriges Geheimnis ist, dass sie erblindet - um ihrem Sohn, dem sie die Krankheit vererbt hat, eine Operation bezahlen zu können, kratzt sie alle Ersparnisse zusammen. Die einzige Flucht vor der öden Realität bietet ihre Liebe zu Musicals - auf magische Weise verwandelt sich der Alltag in ihrer Fantasie immer wieder in Gesangsnummern. Doch als ihr Nachbar und Freund Bill (Morse) ihr Geld zu stehlen versucht, kommt es zu einer Tragödie.
Einer der meisterwarteten Filme der Viennale - und zurecht: Zwischen den ausgebleichten Videobildern (wie in den Vorgängern Breaking The Waves und Idioten) der Handlung verwandelt Von Triers zu Björks Musik Alltagsgeräusche in überbordende Tanzszenen und lässt den eigentlich lächerlichen Plot in eine bewegende Tragödie umschlagen. Obwohl dieser Film viele Zuschauer zu Tränen rühren wird, ist er im Herzen übrigens eine postmoderne Komödie: Der Tribut ans Musical (neben Deneuve schaut auch der Cabaret-Zeremonienmeister Joel Grey auf einen Gastauftritt vorbei) kreuzt sich mit Björk-Videos, der europäische Kunstfilm mit schamlosen Melodrama und Lars Van Trier fühlt sich dabei wie Gott. Das perfekte double feature mit Hollow Man.