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Die Macht des Bösen
Ein noir-Klassiker sondergleichen: John Garfield im Treibsand der Korruption.


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Eine Kritik von Christoph Huber

Joe Morse (John Garfield, großartig wie immer: zielstrebige Vergeblichkeit), aufstrebender jüdischer Anwalt will im Dienste seines Chefs mit einem großangelegten Betrug die Wettbüros sprengen und übernehmen. Zu den Opfern gehört auch sein Bruder, seine Versuche, ihn zu retten führen zu einem Todestanz gegen das soziale System. Die erste Regiearbeit des Drehbuchautors Polonsky ist ein packender Krimi, in dem vieles zugleich passiert: Eine rasende Bewegung im Wettlauf gegen die Zeit, eine poetisch verdichtete Kunstsprache, die wie die elegante Photographie symbolische Qualität aus realistischen Elementen schlägt, ein großes Ensemblestück und die verzweifelte Erzählung vom Kampf gegen einen unsichtbaren Widersacher: Alle Figuren sind hier letztendlich nur Rädchen in einem übermächtigen Apparat, dessen Name Wirtschaft lautet. Polonsky macht Genrekino ersten Ranges und stellt dabei die Regeln auf den Kopf - seine aggresive Kampfansage brachte ihn auf die schwarze Liste und erst über 20 Jahre später konnte er mit Blutige Spur auf den Regiestuhl zurückkehren: Auch er ein Joe Morse, after the fact.