Burt Lancaster als Insasse in einem Gefängnis, das von der gnadenlosen Hand des Aufsehers
Hume Cronyn (der nette Nebendarsteller von Nebenan als sanfter Sadist, im Heydrich-Gewand mit Wagner auf dem Plattenteller) unbarmherzig, aber im süssen Tonfall des Machtrauschs geknechtet wird, versucht mit einer Handvoll "Getreuer " (Treue, wie alle anderen noblen Eigenschaften des Menschen, ist eine armselige Illusion, sagt dieser Film) den Ausbruch. Die Welt: Ein Höllenloch, der Ort: Ein beengtes, verdüstertes Spiegelbild der Staatsmacht, das die Bürger mit der nackten Gewalt des Titels bei Fuss hält. "No one escapes, no one ever escapes ", sagt der Gefängnisdoktor immer wieder - und wohin auch? Die in elegant eingeflochtenen Rückblenden gezeigte Außenwelt (in der es immerhin Frauen gibt) ist trotz aller versuchten Romantisierung kaum besser: Betrug, Mord, falsche Hoffnung und das, was die Männer (eine Traumbesetzung, übrigens) hierhergebracht hat, nur um die gleiche Unerträglichkeit auf engstem Raum zu erleben. "Even the most phony memories remind you of the outside ", sagt einer der Häftlinge, und man versteht ihn, wenn er jeden Gedanken an die "inside " von sich weist: Einen unnachgiebigeren Gefängnisfilm als diesen hat man nie wieder gedreht. Doch
Dassins klarer, ernüchterter, packender Blick auf die Machtverhältnisse - "Kindness is weakness and weakness makes followers, not leaders " - ist bei aller Härte nur eine ungenügedende Vorwarnung für den Showdown. Sollten Sie schwache Nerven haben, meiden Sie diesen Film wie die Pest: Einen gnadenloseren, brutaleren, verzweifelteren Schluss gibt es in der Geschichte des ganzen Hollywoodkinos nicht. Selbst die scheinbar so sorgfältig aufgebauten Kategorisierungen von Gut und Böse zerrinnen in einen Massenhysterie des Mordens, und am Ende haben alle verloren: Das Leben, die Utopie, die Integrität. Film noir nennen sich viele Streifen - so schwarz wie dieser sind davon eine Handvoll. Nach oben gerundet.