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Die kleinen Füchse
Verschlagene Unternehmungen einer neureichen Südstaatenfamilie - einer der besten Filme der Vierziger.


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Eine Kritik von Christoph Huber

Lillian Hellman adaptierte ihr eigenes Theaterstück um eine neureiche Südstaatenfamilie der Jahrhundertwende, deren hemmunglose Geldgier und maskierte Bosheit ein wenig zu gefällig (wenn auch vom dramaturgischen Standpunkt her perfekt) blossgestellt wird. das ist allerdings auch der einzige Makel an diesem Traum von einem Film: Neben einer superben Besetzung (etwa die durch und durch niederträchtige Bette Davis in einer ihrer ersten großen grande dame du mal-Rollen oder der später als "blonde Bestie " berühmt gewordene Dan Duryea in einem frühen, untypischen Deppenpart) sind die eigentlichen Stars von The Little Foxes Regie und Kamera. Meister Gregg Toland, zuvor für Orson Welles an der Kurbel bei Citizen Kane und Der Glanz des Hauses Amberson, nutzt abermals die Tiefenschärfe kongenial: Oft zwei, drei Handlungsebenen gleichzeitig sind in der Weite des Bildes zu bestaunen, William Wylers sichere Regie kleidet die zunehmend düstere Bloßstellung der Nachtseiten des amerikanischen Traums in fabelhafte Kompositionen von eisiger Schönheit, etwa so: Im Vordergund die regungslose Maske von Davis´ ungerührtem Gesicht, das zuhört wie sich hinten Herbert Marshall keuchend, schildkrötengleich die Treppe hinauf in den Herzinfarkt schleppt. Masterpiece.