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Space Cowboys
Vier ehemalige Astronauten machen sich nach 40 Jahren auf den Weg ins All, um einen defekten russischen Satelliten zu reparieren.


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Eine Kritik von Markus Steiger

Frank Corvin (Clint Eastwood) arbeitete früher am Projekt Daedalus, welches den ersten Raumflug eines Menschen vorbereiten sollte. Gemeinsam mit seinen Gefährten William Hawkins (Tommy Lee Jones), Jerry O´Neill (Donald Sutherland) und Tank Sullivan (James Garner) gehörte er zu den Pionieren der amerikanischen Raumfahrt. Als es dann jedoch so weit war, entschied sich der Leiter des Projekts, Bob Gerson (James Cromwell), einen Affen ins All zu schicken.

Viele Jahre später. Frank, schon in Pension, nagt noch immer daran, nie im Weltall gewesen zu sein. Das Schicksal meint es jedoch gut mit ihm. Ein alter russischer Kommunikationssatellit lässt sich nicht mehr kontrollieren und trudelt langsam auf die Erde zu. In diesem russischen Satelliten ist das Steuerungssystem eingebaut, welches Frank damals entwickelt hat. Die NASA braucht ihn nun, um die Astronauten, die den Satelliten reparieren sollen, in dessen Bauweise einzuführen. Frank verlangt aber, selbst nach oben geschossen zu werden. Dazu braucht er sein altes Team und deshalb trommelt er alle vier noch einmal zusammen, um schließlich doch noch den heiß ersehnten Raumflug zu absolvieren.

Kritik
Clint Eastwood legt hier wieder einmal eine Arbeit vor, in der er als Regisseur, Producer und Schauspieler tätig ist. Dazu holt er sich alte Kollegen, mit denen er teilweise schon vor der Kamera gestanden ist. Und teilweise wirkt sein Film sogar. Jedoch zeigt sein "geriatrisches Armageddon" einige Schwächen, um die man nicht herumdiskutieren kann. Ähnlich wie bei Contact besteht der Film aus zwei Teilen. Der erste spielt auf der Erde und befasst sich mit Vorbereitungen und kleinen Intrigen, der zweite Teil handelt vom Raumflug und den auftretenden Problemen.

Eastwood kokettiert im ersten Teil mit dem Alter der Darsteller, welche sich durch die körperlichen Tests schwindeln müssen. Dabei kommen wirklich ein paar köstliche Momente auf, in denen die verschiedenen Charaktere der Vier voll zur Geltung kommen. Wenn Sutherland als Frauenheld als einziger stolz sein Gehänge bei der Untersuchung vorzeigt, während sich die anderen mit ihren Händen schützen, dann kommt wirklich Freude auf. So gut er aber bei Frauen ankommt, so schlecht sieht er. Deshalb muss er beim Sehtest die Reihenfolge der Buchstaben auswendig lernen, um nicht durchzufallen. Auch die Szene, in der Garner und Jones beim Bankdrücken gemeinsame Sache machen, hat so mancher reinen Komödie etwas voraus. Ein toller Running-Gag ist, dass Lee Jones alias Hawk immer ins Fettnäpfchen tritt, wenn er nach jemandem fragt, um darauf zu hören, dass dieser schon tot sei. Das ist neben der perfekten technischen Umsetzung aber auch schon das Positivste, was man über diesen Film sagen kann.

Das erste Problem ist nämlich die Story selbst. Natürlich ist Raumfahrt in diesem Alter möglich. Das beweist uns sogar die jüngste Geschichte. Vier alte Fürze aber mit so einer wichtigen Mission zu betrauen, ist wohl ein bisschen zu utopisch. Gerson (Cromwell) versichert, dass die Vier nicht fliegen dürfen, erfüllen sie die Anforderungen nicht. Gleich darauf blödeln sie sich durch die Prüfungen, um am Ende doch zu bestehen. Das ist doch wohl reichlich konstruiert. Peinlich ist auch die Szene, in der Hawk im Flugsimulator das Shuttle mit einem derart unmöglichen Manöver landet, als sei es ein Doppeldecker. Natürlich wendet Frank im Showdown den gleichen Trick bei der Reallandung an, damit sich der Zuschauer denken kann: "Na toll, dass genau diese Situation (die zuvor in der Geschichte der Raumfahrt noch nie vorgekommen ist) geübt wurde." Ein bisschen weniger Konstruktion hätte da nicht geschadet.

Was mich aber wirklich ärgert ist wieder einmal der Heldenpathos, in den der Film gegen Ende immer mehr abdriftet. Anfangs setzt sich Eastwood noch ironisch und kritisch mit seinen Figuren auseinander. Frank wird während des Filmes vorgeworfen, er sein kein Teamplayer. Ihm ist es nur wichtig, irgendwie ins All zu kommen. Natürlich wird er jedoch durch verschieden Ereignisse geläutert, um am Ende das Team voll hinter sich zu haben. So witzig die ersten 2/3 des Filmes sind, so unnötig ist das letzte Drittel. Im All verletzen sich genau die zwei jungen Crewmitglieder, was dazu führt, dass die vier Alten auf sich allein gestellt sind. Einer der zwei Jungen verbockt sogar die Mission. Zu klar polarisiert Eastwood hier seine Figuren. Die alten wirken weise und fehlerlos, während voll austrainierte junge Astronauten sich benehmen wie dumme Schuljungs. Das glaubt ihm doch kein Mensch. Ganz unnötig ist dann noch die Selbstopferung von Hawk. Aber es ist ja eh wurscht. Ihm ist nämlich vor dem Start ein unheilbares Krebsleiden diagnostiziert worden. Wenn er sich als Gesunder geopfert hätte, wären wir schon traurig, aber wenn er sowieso bald stirbt, warum soll er das nicht an einen Riesensatelliten gebunden tun. Eastwood baut das durch Erbarmungslos zerstörte Heldenbild hier vollständig wieder auf, und das tut dem Film nicht gut.

Ein weiteres Manko sind die Längen des Filmes. Obwohl nur 130 Minuten, wirkt er wie die ungeschnittene Version von Der mit dem Wolf tanzt. Eastwood lässt sich mit der Einleitung so lange Zeit, dass man als Zuschauer denkt: "Nein. Jetzt kommt ja noch der Teil im Weltraum." Unnötige Liebesgeschichten und eine noch unnötigere Intrige verlängern das Ganze nur noch.

Einzig die Besetzung hält die lahme Story am Leben. Allen die Show stiehlt dabei Donald Sutherland als O´Neill. Endlich wieder einmal eine Rolle, in der er nicht der Bösewicht ist. Seine Balzversuche und seine dicke Brille sorgen für die meisten Lacher. Schade, dass er und James Garner nur aus dem Hintergrund als Statisten ein paar Brocken einwerfen dürfen. Die Story ist nämlich ganz auf die Männerfreundschaft/Feindschaft von Hawk und Frank zugeschnitten. Das hat man schon oft gesehen und ich habe Angst, dass man es noch öfter sehen wird.

Fazit: Einige wirklich gute Lacher bringen diese Filmrakete nicht wirklich zum zünden.