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Ghost in the shell
Futuristischer Manga der Extraklasse, der das alte Thema der Individualität von Maschinen aufgreift.


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Eine Kritik von Stefan Oswald

Major Motoko Kusanagi , ein weiblicher Cyborg mit einer menschlichen Restexistenz jagt den sogenannten Puppet Master, einen Ghost-Hacker. Dieser, der größte Cyberkriminelle ever, ist in der Lage sich durch die allseits vernetzen Gehirne der Menschen zu hacken und sogar deren Individualität, den "Ghost " zu manipulieren. Im Laufe der Recherche beginnt Motoko an den Grundlagen ihrer eigenen Existenz zu zweifeln. Sie spürt, dass das Zusammentreffen mit dem Ghost-Hacker, der zunehmend vielmehr als Software denn als menschliches Wesen erscheint, ihre Bestimmung sein kann. Doch nicht nur Motoko jagt den Geheimnisvollen ...

Kritik
"Ghost in the shell" handelt ein in der Sience Fiction Literatur oft aufgegriffenes Thema ab:
Inwieweit besitzen Cyborgs oder Einheiten künstlicher Intelligenz ein Wesen, eine Individualität, die der menschlichen Existenz gleichkommt?
Wen das beispielsweise an "Blade Runner" erinnert, der hat nicht unrecht. Auch visuell vergreift sich dieser Manga manchmal am großem Vorbild.

Dennoch erscheint für ein den europäisch-amerikanischen Filmstil gewohntes Auge manches an dem Film neu oder gar seltsam:
Den Erzählrhythmus kann man, etwas ignorant, als langatmig bezeichnen, den Umstand, dass ständig nackte weibliche Körper an unpassenden Stellen gezeigt werden als seltsam (stört das wirklich?). Auch die mystische, vielleicht in der englischen Fassung als pseudophilosophisch anmutende Aufarbeitung des Stoffes erscheint manchen als Drehbuchschwäche.

Dennoch bleibt auch dem in solchen (westlichen) Gewohnheiten Verhangenen der Reiz des Rhythmus und die enorme visuelle Strahlkraft der Bilder nicht verborgen.
Nicht zuletzt deshalb kennen viele von uns Ausschnitte aus dem Film aus dem Video des Songs "King of my Castle".
Als schlichtweg genial ist die Titel-Sequenz des Filmes zu bezeichnen. Ein atmosphärischer Chor begleitet die Werdung eines Cyborgs, die doch nur Traum ist. Der Film, plaziert im Hong Kong der Zukunft, lebt von diesen wirklich gut gezeichneten Bildern und der verträumten, ja fast als religiös zu bezeichnenden Atmosphäre.

Beschäftigt man sich noch mit einigen kulturellen Paradigmen, die der Geisteswelt der Macher zugrundeliegen, steigt auch das Verständnis: Geister (Ghosts) haben seit jeher in Japan eine Bedeutung, die an die Veränderung er Individualität durch diverse Kräfte glaubt.
Auch die idealistische Stilisierung des weiblichen Körpers, kann, glaubt man den Beobachtern, aus japanischen gesellschaftlichen Verhältnissen erklärt werden:
So gab es angeblich eine seltsame Welle der Identifizierung männlicher Japaner mit einer weiblichen Existenz ohne direkten Zusammenhang mit der Stellung der Frau in der japanischen Gesellschaft, dort wirkt die Projektion in einen weiblichen Helden angeblich befreiend und individualisierend.

All diese Punkte machen die eigentlich Schwäche des Filmes für westliche Zuseher klar:
Beim erstmaligen Ansehen versteht ihn kaum einer vollständig.

Aber wie ein Kind steht man vor diesem glitzernden Wunderding und bestaunt es, ohne es wirklich zu begreifen.

Fazit:
(Mehrmals) Ansehen lohnt sich auf jeden Fall!