Suche: Suche abschicken


Grease
Grease: Ein Hommage an die 50er und an Rock `n´ Roll. Einfach großartig.


Werbung

Eine Kritik von Balazs Barnucz

Südkalifornien, Ende der 50er Jahre. Die Sommerferien sind zu Ende, die alten Freunde treffen sich wieder am Schulkampus der "Rydell High ". Danny Zugo (John Travolta) ist der Anführer der coolen T - Birds. Diese Jungs, vor allem Danny und sein bester Freund Kenickie (Jeff Conaway), interessieren sich nur für Mädchen und schnelle Autos. Nicht umsonst gelten sie als Obermachos der "Rydell High ". Doch im Sommer hatte Danny einen Urlaubsflirt, den er nicht so leicht vergessen kann, da ihn das Mädchen ganz fasziniert hatte. Aber er wird sie wohl nie wiedersehen - denkt er.
Sandy (Olivia Newton-John) ist gerade mit ihrer Familie aus Australien in die Staaten gezogen und neu an der "Rydell High ". Bisher kennt sie nur Frenchy (Didi Conn), die sie den "Pink Ladies " - angeführt von Rizzo (Stockard Channing) - vorstellt und in die Gruppe einführt. Die Mädchen hören gespannt zu, als Sandy ihnen von ihrer Sommerliebe erzählt, und sie staunen nicht schlecht, als sie auch noch den Namen des "Gentlemans " erfahren: Danny Zugo. Doch vorerst lassen sich die Pink Ladies nichts anmerken, Rizzo, die Sandy nicht besonders sympathisch findet, und sie das auch merken lässt, will die noch etwas unsichere Blondine überraschen.
Bei einem Football Spiel kommt es dann zum großen Moment: Während die T - Birds sich über Kenickies neues Auto unterhalten, gehen die Pink Ladies zu den Burschen und stellen ihnen Sandy vor. Hier erblicken sich Sandy und Danny zum ersten mal, sie können es kaum glauben, daß sie sich wiedersehen. Doch nach der ersten Euphorie ändert sich Danny schlagartig, da er weiß, daß seine Freunde ihn genau beobachten - er muß wieder der coole Danny sein, der seinen Herz auf keinen Fall an ein Mädchen verlieren würde. Nein, er ist ein Macho, der mit Mädchen nur spielt, sich aber nie verliebt. Sandy ist über Danny´s Verhalten schockiert und rennt mit Tränen in den Augen weg.
Auch Kenickie hat Probleme: Er hat sich leichtfertig auf ein Autorennen mit dem Chef der rivalisierenden Gang, der "Skorpions ", eingelassen. Doch Kenickie´s Auto gleicht einem Schrotthaufen, in dem Zustand ist an ein Rennen nicht zu denken. Die T - Birds kommen aber ihrem Freund entgegen und helfen, das Auto auf Vordermann zu bringen. In der Zwischenzeit vertragen sich Danny und Sandy wieder, sie läßt sich sogar von Danny zum alljährlichen Tanzwettbewerb der "Rydell High " einladen. Diese Jahr wird das Wettbewerb sogar im Fernsehen übertragen, im Rahmen des Shows von Vince Fontaine (Edd Byrnes). Nach der Begrüßung durch Schuldirektorin McGee (Eve Arden) gehen alle Paare auf die Tanzfläche und versuchen ihr Glück. Doch plötzlich wird Sandy von Danny weggedrängt und Cha Cha - eine alte Freundin von Danny - nimmt ihren Platz ein - die beiden gewinnen auch den Tanzwettbewerb, doch Sandy muß wieder mit Tränen in den Augen gehen.
Danny ist unglücklich wegen Sandy, Sandy ist unglücklich wegen Danny, Kenickie hofft auf einen Sieg beim Rennen und Rizzo hat Angst, daß sie schwanger ist von Kenickie. Keine guten Aussichten für ein Happy End. Doch es kommt, wie es sich die Zuschauer erwarten: Kenickie´s Auto siegt, Rizzo ist doch nicht schwanger, Sandy und Danny singen "You´re The One That I Want " und zu guter Letzt stimmen alle auf "We Go Together ".

Kritik
Ende der 70er Jahre kamen viele Musicals auf die große Leinwand, um in den Kinos dieser Welt riesige Erfolge zu feiern. Lösten die Bee Gees und John Travolta 1977 mit Saturday Night Fever das weltweite Disco-Fieber aus, so sorgten sie ein Jahr später mit Grease für ein 50ies Revival. Die Teenager und die Junggebliebenen standen in Schlangen vor den Kinos, um das Traumpaar Olivia Newton John und John Travolta tanzen zu sehen, singen zu hören - in der heilen Welt der Fünfziger.

Regisseur Randal Kleiser zeigt beeindruckend vor, wie man ein Bühnenmusical perfekt für die Leinwand adaptiert. Tanz, Gesang und Prosa wechseln sich im ausgewogenem Maß ab, den Zuschauern kann es praktisch gar nicht langweilig werden. Newton John und Travolta - wie natürlich all die anderen Darsteller auch - sangen ihre Parts selber. Etliche Lieder aus Grease landeten an der Spitze der Charts, Hits wie "You´re The One That I Want" "Summer Lovin´" oder "Greased Lightning" wurden zu Evergreens. Die australischen Gibb Brothers wurden auch engagiert, sie steuerten den Titelsong "Grease" bei, mit dem sie an ihre Hits aus "Saturday Night Fever" anschließen konnten.

Grease wurde das erfolgreichste Filmmusical aller Zeiten, John Travolta und die Sängerin Olivia Newton John, die als Sandy ihr Leinwanddebüt feierte, wurden zum Traumpaar einer ganzen Generation und die Bee Gees wurden zu lebenden Legenden, die auch noch 20 Jahre nach der Blüte ihrer Karriere Stadien füllen mit ihren Hits aus den 70ern. 1998 - zum 20jährigen Jubiläum - kam eine digital überarbeitete Version von Grease in die Kinos - jedoch ohne bemerkenswerten Erfolg, im Gegensatz zu der auch neu überarbeiteten Star Wars - Episode 4-6 Reihe, welche ebenfalls 1998 den Weg zurück auf die große Leinwand fand.

Leider Gottes konnte man auf Grease 2 nicht verzichten. Diese einfallslose Produktion aus dem Jahr 1982 floppte aber noch stärker, als "Stayin´ Alive", der Nachfolger von "Saturday Night Fever", welcher ein Jahr später, 1983, kam. Zum Glück hatten weder Travolta noch Newton John an diesem Werk mitgewirkt - dafür aber die damals noch unbekannte Michelle Pfeiffer - nur Didi Conn als Frenchy und Eva Arden als Direktorin waren aus dem ersten Teil wieder mit dabei. Hatte bei Stayin´ Alive zumindest die geniale Musik von Barry, Robin und Maurice Gibb für Aufsehen gesorgt, blieb dieser Teilerfolg dem Grease-Sequel versagt - kein Wunder, hier wollten auch die Bee Gees nicht mitarbeiten.

Nach Grease wurde es langsam, aber sicher still um Olivia Newton John, ihre Karriere musste sie auch abrupt aufgrund einer Krebserkrankung unterbrechen. John Travolta musste nach seiner Musicalkarriere eine sehr, sehr lange Durststrecke durchmachen, Ende der 80er tauchte er in Hör´ mal wer da spricht auf, doch musste er bis 1994 warten, bis er in Quentin Tarantinos geniales Meisterwerk Pulp Fiction, den coolen, twistenden Gangster Vincent Vega spielen durfte, womit sein Stern explosionsartig wieder in die Höhe schoß.

Grease wurde mit Recht zum erfolgreichsten Filmmusical aller Zeiten - einfach zum immer wieder anschauen.