Suche: Suche abschicken


The Blair Witch Project
Fake-Doku-Horror: Drei Filmstudenten verschwinden - die Überreste ihrer Aufnahmen sind dieser Film. Interessant eher für seine Begleitumstände, die ihn zum Hype 1999 machten.


Werbung

Eine Kritik von Christoph Huber

"It´s well-conceived for this reason: they understood what their budget was and they wrote their script and made their picture to do the best possible job they could on that budget. " Wer bin ich schon, um Roger Corman zu widersprechen, aber tatsächlich ist Blair Witch Project, die Fake-Doku um drei Amateurfilmer, die im Wald verlorengehen, wo das sagenumwobene Wesen des Titels sein Unwesen treibt, in etwa so erschreckend wie die Briefmarkensammlung meines Großvaters. Dennoch gibt es Interessantes zu vermerken: Zum einen die völlig neue, aufs Internet ausgerichtete Kampagne, die dieses no-budget-Filmchen zum Überraschungshit des Jahres 1999 werden ließ, zum anderen den cleveren Umgang der Filmemacher mit der Vergangenheit. Von ihrer Produktionsfirma, die nach Benjamin Christensens Stummfilmperle Häxän benannt ist, bis zum endlosen Gewackel der Videokamera, das gelegentlich tatsächlich ein Gefühl der orientierungslosen Übelkeit aufkommen läßt (und dabei eher an Experimentalfilme von Michael Snow und anderen aus den Sechzigern erinnert), erweist sich das Macherduo Myrick/Sánchez als gutgeschult. Und wie Jonathan Rosenbaum anmerkte, ist der Film letztendlich wesentlich erschreckender, wenn man ihn nicht als einfachen Horrorfilm sieht, sondern als "unbewußte Studie des amerikanischen Isolationismus ".