Suche: Suche abschicken


Stigmata
Frankie wird durch einen Dämon in Besitz genommen. Der Vatikan schickt seinen Wissenschaftler Andrew Kiernan.


Werbung

Eine Kritik von Markus Steiger

In einem Ort in Brasilien treten religiöse Erscheinungen in verstärktem Maße auf. Die Marienstatue weint Blut, und die Kirche ist von Tauben bevölkert. Um sich Klarheit über dieses Ereignis zu verschaffen, schickt der Vatikan seinen Chefwissenschaftler Andrew Kiernan (Gabriel Byrne), um diese ungewöhnlichen Vorgänge zu erforschen. Während er die Kirche untersucht, wird vom gerade erst verstorbenen Priester Almeida der Rosenkranz gestohlen. Der Dieb verkauft ihn an eine Touristin, die den Rosenkranz ihrer Tochter Frankie (Patricia Arquette) schickt. Bald schon verändert sich ihr Leben drastisch. Zuerst beginnen ihre Handgelenke zu bluten, dann schreibt sie Wörter an die Wand, die aus einer uralten Sprache stammen. Durch einen hiesigen Priester wird Kiernan auf den Fall aufmerksam. Er reist sofort nach Pittsburgh, um dem Geheimnis um Frankies Wundmale auf den Grund zu gehen. Dabei stößt er auf ein Geheimnis, welches in seinen eigenen Reihen schon seit Jahrhunderten gehütet wird.

Kritik
Ja da kommt mir doch was bekannt vor. Hatten wir so was nicht schon einmal in den 70ern? Da wird ein unschuldiges junges Mädchen von einem Dämon in Besitz genommen und spricht fortan mit einer verzerrten Männerstimme und kritzelt irgend etwas an die Wand, das keiner lesen kann. Rupert Wainwright schlachtet hier die Exorzistenstory aus, wobei er sie ins Gewand des neuen Jahrtausends steckt.

Das größte Problem dieses Plagiats ist dabei die völlig fehlende Spannung. Hat der Zuseher erst einmal begriffen, wie der Hase läuft (und das passiert recht schnell), dann fürchtet er sich auch nicht mehr, wenn Frankie wieder einmal einen Stigmataanfall bekommt oder mit grausiger Stimme spricht. Da quälen einen die dumpfen Dialoge nur noch, bis nur noch die visuell innovative Umsetzung übrig bleibt. Jedoch hat man auch dies schon tausendmal gesehen. Hey Rupert, wir leben in der MTV-Generation. Schnelle Schnitte und laute Musik sind für uns nichts besonderes mehr. Da muss schon auch die Story was zu bieten haben. Anstatt hier aber ein bisschen einfallsreicher zu sein, lässt Wainwright alle 2 Minuten einen Tropfen in Zeitlupe aufs Wasser aufschlagen. Was soll uns das zeigen? Das der Film nicht fließt, sondern dahin tropft, wie ein undichter Wasserhahn?

Fehlen darf auch nicht die obligatorische Flugszene, in der die Besessene über ihrem Bett schwebt. Spätestens hier geht man sich mal kurz was zu trinken holen oder aufs Klo. Man weiß ja sowieso, was passiert. Als große Wendung will uns der Film dann die Kirche selbst als den großen Bösewicht verkaufen. Da werden sogar die eigenen Leute verfolgt, nur um das große Geheimnis nicht zu lüften. Solche Miniaturkniffe sind nicht imstande, diesen modernen Okkultthriller zu retten.

Wie schon gesagt. Dieser Film bietet absolut nichts Neues. Er unterhält nicht einmal. Scheinbar haben das auch die Akteure bemerkt und gleich gar nicht viel von ihrem Können in dieses Schauderwerk investiert. Gabriel Byrne kam zur gleichen Zeit auch mit End of days als Teufel in unsere Kinos. Zusammen mit Stigmata hat er scheinbar gerade den Tiefpunkt seiner Karriere erreicht. Hoffen wir, dass er da wieder rauskommt, um uns mit Rollen wie in Die Üblichen Verdächtigen oder Miller´s Crossing zu erfreuen. Patricia Arquette spielt wieder einmal das ausgeflippte Girl. Was anderes können wir von ihr erwarten? Was anderes kann sie spielen??? Fazit: Gähn.