Weltrettung in den Händen eines jugendlichen Helden - Zeichentrickspektakel von Don Bluth.
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Im Jahr 3028: Die Drej, eine Rasse böser Energiemonster, zerstört die Erde. Nur wenigen gelingt die Flucht, darunter der junge Cale (Matt Damon), dessen Vater zurückbleibt, ihm jedoch zur Erinnerung einen Ring schenkt. Die eigentliche Handlung beginnt 14 Jahre später: Cale, als einer der wenigen überlebenden Menschen immer etwas scheel von anderen Wesen betrachtet, arbeitet auf einer heruntergekommenen Weltraummüllhalde eine bedeutungslose Existenz. Auftritt Captain Korso (Bill Pullman), ein alter Freund von Cales Vaters, der ihn zu überreden sucht, sich an seiner Mission zu beteiligen. Zuerst ist Cale, der sich noch immer von seinem Vater verlassen fühlt skeptisch, als jedoch eine Abordnung der Drej die Müllkolonie attackiert, bleibt ihm gar keine andere Wahl, als sich Korsos zusammengewürfelter Mannschaft anzuschließen. Gemeinsam mit der hübschen Navigatorin Akima (Drew Barrymore) und drei Außerirdischen: der erratische, brillante Wissenschaftler Gune (John Leguizamo), der jähzornigen Waffenexpertin Stith (Janeane Garafolo) und dem aufmüpfigen ersten Offizier Preed (Nathan Lane) macht er sich auf die Suche nach dem mythischen Raumschiff Titan, das sein Vater entworfen hat, und der Menschheit eine zweite Chance bieten soll. Den einzigen Weg dorthin weist sein Ring, und so macht sich der Trupp auf den Weg, die gefährlichen Drej stets auf ihren Fersen...
Kritik
Hat hier jemand Star Wars gesagt (tja, und gegen Ende kommt auch wirklich die Szene, auf die man dauernd gewartet hat - fehlt nur noch, daß wer grummelt: "Luke, ich bin dein Vater")? Tatsächlich - Originalitätspreise kann man mit dem Drehbuch für Titan A. E. keine einheimsen. Hier wird Altvertrautes neu kombiniert - immerhin im Geiste des Manga. Für ihre Science-Fiction-Welten haben sich Don Bluth und Gary Goldman durchaus bemüht: Da gbt es schöne Planetenlandschaften (etwa eine endlos verspiegelte Eiswelt oder ein von hochexplosiven Wasserstoffballons überdachtes Seengebiet mit fledermausartigen Bewohnern) und eindrucksvolle Geschwindigkeitssteigerung ist an der Tagesordnung. Tatsächlich ist dieser Film der feuchte Traum eines Dreizehnjährigen: Der kennt die meisten Quellen, aus denen dieses Spektakel zusammengesetzt wurde, noch nicht (und wenn, ist es ihm vermutlich egal) und der wird auch die recht altvertraut zusammengebastelte Motivation der Charaktere abkaufen.
Ohne hier zuviel verraten zu wollen: Wer in diesem Film nach einer überraschenden Wendung sucht, tut es vergebens. Vom Raumschiffrennen auf engsten Raum über die lustigen Alien-Sidekicks bis zu den bösen Energiemonstern, von heldenhaft verstorbenen Vätern über verschlagene Kriegsgewinnler bis zur antiseptischen Liebesbeziehung zwischen den stets minderjährig rein wirkenden Helden, hat man hier alles schon hundertmal gesehen. Zumindest geht es aber schnell: Hier jagt ein Höhepunkt den nächsten (was auch gelegentlich ermüdend wird) und zwar am liebsten zu blöden Rockhadern (Heavy Metal, irgendwer?) - trotzdem kippt der Film nie ganz. Auch wenn die Witze wirklich nur fürs Zielpublikum sind (vom cleveren Erwachsenenhumor, der in letzter Zeit Animationsfilme auch für Publikumsschichten ohne ständige Anfälle von kindischer Ekstase erschloß, ist hier kaum etwas zu finden), die sentimentalen Stellen - wie gern bei Bluth - arg gefühlstriefend sind (ein kleines fußballspielendes Kind, das keine grünen Wiesen kennt etc. etc.), so wird dabei zumindest der Nervigkeitsfaktor nie eklatant überschritten. Letztendlich ist dann zwar die gute Besetzung für die Stimmen (zumindest im Original: von Bill Pullman über John Leguizamo bis Drew Barrymore) eigentlich für die Katz, aber an den schön verfertigten Oberflächen kann man sich ganz erträglich erfreuen - von der Klasse eines Akira, geschweige denn der Intelligenz eines Ghost In The Shell ist man aber bei aller Annäherung an japanische Animation noch immer Meilen entfernt.
Fazit: Als Vertreter älterer Altersgruppen sollte man sich vom offensichtlich für ein jüngeres Publikum gedachten Titan A.E. handlungsmäßig nicht zuviel erwarten - und kann sich dann vielleicht an der guten Animation erfreuen.