Der römische General Maximus(
Russel Crowe) ist bei einer Strafexpidition gegen die Germanen erfolgreich. Der greise Kaiser Marcus Aurelius(
Richard Harris), ebenfalls in Germanien aufhältig, verlangt von ihm, sein Nachfolger zu werden, weil er seinem Sohn Commodus(
Joaquin Phoenix) für zu charakterschwach hält, um ihm die Herrschaft anzuvertrauen.
Als der Kaiser gestorben ist, läßt Commodus Maximus gefangen nehmen und als dieser entkommt, seine Familie töten. Maximus wird auf der Flucht von Sklavenhändlern gefangen genommen und an Proximo(
Oliver Reed), einen ehemaligen Gladiatoren, verkauft. Proximo verdient sein Geld mit dem Veranstalten von Gladiatorenkämpfen. Maximus kehrt als Gladiator nach Rom zurück mit dem festen Entschluß, sich für die Ermordung seiner Familie an Commodus zu rächen.
Unterstützung findet er dabei von seiner ehemaligen Geliebten Lucilla(
Connie Nielsen), der Schwester von Commodus sowie von einigen Senatoren. Rückhalt findet Maximus auch beim Publikum der Arena, das er mit seinen Kämpfen für sich gewonnen hat.
Die Trailer täuschen. Scott setzt zur Gänze auf violence und aber kaum auf Sex. So werden die Kampfszenen sehr explizit und überaus blutrünstig dargestellt. Doch davon gibt es verhältnismäßig wenige und sie wirken eher wie Fremdkörper im Film. Dafür setzt
Scott auch auf die Story - und darin liegt vermutlich eine große Schwäche des Films: Die Dialoge, in denen die Geschichte langsam erzählt wird, nehmen den Hauptteil der rund zweieinhalb Stunden ein. Dabei kommt keine Langweile auf, Spannung allerdings auch nicht. Denn es gibt weder wirkliche Nebenstränge oder Verwirrungen noch Entwicklungen der Charaktere. Die Fronten sind klar und bleiben es bis zum Schluß. Maximus etwa möchte zu Beginn des Films zu seiner Familie zurückkehren. Als sie getötet wird, will er Rache nehmen. Hier sind seine
Ziele zu Ende. Den anderen Figuren ergeht es auch so; sie sind Typen.
Auch historisch interessierten bietet sich hier nichts Erbauliches. Einige Brocken Geschichte werden für die Handlung zusammengemischt. Dadurch erscheint das Bild des römischen Reiches, das ja anhand des Einzelschicksals
präsentiert werden soll, verworren und uninteressant.
Ähnliches gilt für die Ausstattung: Kostüme und Waffen sind zwar Großteils historisch korrekt gestaltet, aber eben nicht zur Gänze.
Trotz viel Anlehnung an die römische und die Filmgeschichte ist Scott bei Bildern, die er zeigt, ganz Kind seiner Zeit. Es wird behutsam mit moderner Technik gearbeitet. Das digital erweiterte Kolosseum, die blutrünstigen Kämpfe, die Farbwahl bei den Rückblenden - all das wird sehr gelungen im Stil des angehenden dritten Jahrtausends gezeigt. Warum diese Mittel eingesetzt werden, ist dabei offen. Eine bösartige Antwort wäre: Weil sie da sind. Eine Möglichkeit wäre, daß Scott sie für notwendig hält, um den Film dem Publikum nahe zu bringen.
Ausgezeichnet gelungen ist die Wahl der Besetzung. Die Typen werden von den Schauspielerinnen und Schauspielern hervorragend repräsentiert. Leider bleiben ihnen aufgrund des Drehbuchs kaum Möglichkeiten, ihre schauspielerischen Fähigkeiten auszuspielen.
Ob der Film eine Metapher für die heutige Medienlandschaft ist - wie einige Kritiken behaupten - darf stark bezweifelt werden. Dazu passen die Aussagen einfach nicht. Das Volk will Spiele - so weit so gut. Daß aber die Guten im
Film, diese abschaffen wollen, wäre eine geradezu subversive Botschaft an die Filmindustrie. Und erst recht, daß der Held in der Arena, der ja in einer Fiktion agiert, sich an seinem Schöpfer vergreift und so Realität für das Publikum wird, also das Medium besiegt, indem er heraustritt, kann kein Bild für die Medienlandschaft sein. Höchstens eine Forderung nach deren Vernichtung.
Alles in allem bringt der Film nichts Neues. Sowohl die Bilder als auch die Geschichte geben auch dem Publikum, das "
Ben Hur" und
"Spartacus" nicht kennt, immer wieder das Gefühl, das so oder so ähnlich schon einmal gesehen zu haben. Daher reißt der Film, trotz guter Bilder und sehr guter Besetzung, auch nicht mit.