Traurig sieht es im Leben des Puppenspielers Craig Schwartz (
John Cusack) aus. Obwohl er alles für seine Kunst gibt, indem er versucht ganze Stücke allein mit Puppen in Szene zu setzen, ist ihm kein Erfolg beschieden. Außerdem hat seine Frau Lotte einen Tierfimmel.
Nicht zuletzt um die Tierchen zu ernähren, beschließt er eines Tages einen Bürojob anzunehmen.
Im - etwas schrägen Büro - trifft er die sexuell äußerst attraktive Maxine, die ihm allerdings ablehnend gegenüber steht.
Erst als Craig endeckt, daß direkt hinter einem Büroschrank ein Geheimgang endet, ändert sich dies.
Am anderen Ende des Ganges gelangt man nämlich für 15 Minuten in den Kopf von
John Malkovich.
Maxime und Craig beginnen aus der Entdeckung Geld zu machen. Nicht erst als Malkovich himself Kunde wird, beginnen die Probleme, sondern vor allem durch die Tatsache, dass Craigs Frau süchtig auf "being John Malkovich " wird. Ein weiteres Problem ist, das Maxime mächtig auf Lotte in Gestalt von Malkovich abfährt.
Der Puppenspieler, der inzwischen gelernt hat, den Körper Malkovichs perfekt zu beherrschen, schummelt sich natürlich dann und wann zwischen die beiden. Völlig konfus wird es erst, als Lotte entdeckt, daß ein Gruppe älterer Menschen nur darauf wartet, Malkovich als Wirtskörper für Ihr ewiges Leben zu nutzen.
Der Kampf um Maxime und den Körper Malkovichs kann beginnen.
Dieser Film wird, von Kritikern und Publikum international gelobt. Allgemeiner Tenor der Reaktionen: Ein Geniestreich.
Der Autor dieser Zeilen kann sich dieser Einschätzung nicht vollends anschließen.
Man findet ein solides Stück Handwerk, das gut unterhält, dass aber allzuoft mit der "Achtung: Satire - Voll Grotesk" - Fahne winkt.
Nicht zuletzt deshalb meldet sich leider der Pseudointellektuelle in Otto Kinobesucher gerade bei diesem Film zu Worte.
Wenn man beispielsweise die Userreaktionen in der
IMDB nachliest, die vielen Versuche in einzelne Sequenzen Sinn und Rätsel hineinzuinterpretieren, dann begreift man den eigentlichen Zweck:
Vielleicht ist dieser Film eine groß angelegte Rezeptionsverarschung. Vielleicht hat den Autoren schon bei Abfassung des Drehbuchs das Herz im Leibe gelacht, eingedenk der Userreaktionen.
Bemerkung für unsere Freunde aus der Fraktion der Banaldenker: Dieser Film hat höchstwahrscheinlich keine Sinnintention.
Aber sei es drum:
Die Besetzung ist hervorragend, insbesondere Catherine Keener (idealbesetzt) und
Cameron Diaz (wer hat sie erkannt?) brillieren.
Malkovich, der hier, wohl wegen der einmaligen Chance im Filmtitel vorzukommen, den für einen etablierten Schauspieler erstaunlichen Mut zur Selbstverarschung aufbringt, verdient Bewunderung.
Die trickreich inszenierten Puppenszenen machen überdies Lust mal wirklich ein Marionettentheater aufzusuchen.
FAZIT:
Insgesamt eine nette Komodie mit ein paar guten, absurden Einfällen, aber sicher kein "Geniestreich".