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Starship Troopers
Kampf junger und hart gedrillter Soldaten, "Starship Troopers" genannt, um die Zukunft der Menschheit zu retten, die von mörderischen Rieseninsekten bedroht wird. Doch der Blutzoll, der von ihnen gefordert wird, ist gewaltig...


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Eine Kritik von Viktor Szontagh

Von seinem Klassenlehrer inspiriert, tritt Johnny Rico (Casper Van Dien) nach seinem College-Abschluß in den Militärdienst ein. Er möchte seiner geliebten Freundin Carmen (Denise Richards) folgen, doch während diese zur Weltraumflotte kommt und sein Freund Carl (Neil Patrick Harris) gar zum Geheimdienst, reichen Johnnys mentale Fähigkeiten nur für die mobile Infanterie. Dort trifft er auf eine andere ehemalige Klassenkollegin, Dizzy (Dina Meyer) die während ihrer College-Zeit hinter ihm her war.
Die Ausbildung ist knallhart, und die Rekruten kommen gehörig ins Schwitzen. Rico macht dennoch schnelle Fortschritte, doch ein schrecklicher Unfall, bei dem ein Rekrut ums Leben kommt, scheint seiner Militärkarriere ein jähes Ende zu bereiten. Da erfährt er, daß seine Geburtsstadt Buenos Aires von einem Meteoriten getroffen worden ist und seine Eltern unter den Toten sind. Der Meteorit kommt vom Planeten Klendathu, der von intelligenten und tödlichen Rieseninsekten - "Bugs " genannt - bewohnt wird.
Gemeinsam mit seinen Kameraden macht sich Johnny Rico auf den Weg nach Klendathu. Die Militärführung stellt sich die Entscheidungsschlacht auf dem Bug-Heimatplaneten als einen leichten Spaziergang vor, doch die Invasion wird auf blutige Weise gestoppt. Abertausende Soldaten sterben, auch Johnny wird schwer verwundet. Nach seiner Genesung wird er der Abteilung seines ehemaligen Lehrers Lt. Rasczak (Michael Ironside) zugeteilt.
Während Carmen ihren (Ex-) Freund Johnny für tot hält, muß er einen Planeten nach dem anderen von Bugs säubern, da die neue Militärführung vermutet, daß es einen "Brain Bug " geben soll. Dieser soll nun eingefangen werden. Doch dazu braucht man einen Beweis für das Vorhandensein dieses hyperintelligenten Insekts. Dieser Beweis wird schnell geliefert, als Johnny Ricos Abteilung in einen von Bugs geplanten Hinterhalt gerät. Doch es findet sich ein Pilot, der waghalsig genug ist, um innerhalb der Festungsmauern zu landen und die überlebenden Trooper zu retten. Bis sie das Rettungsschiff erreichen, werden die Soldaten von den Bugs dezimiert: Lt. Rasczak wird getötet, Dizzy tödlich verwundet. Carmen, die das Schiff pilotiert, sieht Johnny lebend vor sich und ist überglücklich. Johnny wird von dem auftauchenden Carl, der den Rangleiter schnell erklettert zu haben scheint, zum Lieutenant befördert.
Nun jagt der neue Lieutenant Johnny Rico den sagenumwobenen "Brain-Bug ". Da ereilt ihn ein Hilferuf von Carmen - ihr Schiff wurde abgeschossen und sie muß mit einer Rettungskapsel zu einer Bauchlandung auf dem Planeten ansetzen. Prompt wird sie und auch ihr Begleiter vom Brain Bug gestellt, doch Carmen kann das Tier unschädlich machen und es wird schließlich von Soldaten gefangengenommen. Nun kann die Menschheit alles über die Bugs erfahren und sie effektiver bekämpfen.

Kritik
Regisseur Paul Verhoeven ist berühmt dafür, Skandalfilme zu drehen. "Starship Troopers" ist da keine Ausnahme. Die menschliche Gesellschaft der Zukunft wird sehr faschistoid dargestellt: Nur wer seinen Militärdienst leistet, wird vollwertiger Bürger. Die Nachrichten des "Federal News Network", die den Film immer wieder unterbrechen, strotzen vor Propaganda. Auch die Uniformen haben einen wehrmachtsähnlichen Schnitt. Alles in allem eine etwas düstere Zukunft.
Der Film wird wohl als einer der blutigsten in die Filmgeschichte eingehen. Die Anzahl der während der diversen Schlachten gefallenen, zerfetzten und aufgespießten Soldaten ist enorm. Mit dem künstlichen Blut wurde hier wahrlich nicht gespart. Ansonsten weist die Handlung doch einige Lücken auf. Der neugierige Zuschauer stellt sich Fragen wie: Warum sind die Trooper lediglich mit relativ schwachen Schußwaffen ausgestattet? Sind die Raumschiffe nur riesige Transportcontainer oder hat man schlichtweg vergessen, sie zu bewaffnen? Warum werden Schlachten nicht von den nur ein einziges Mal im Film auftauchenden Flugzeugen geschlagen (mit taktischen Nuklearbomben bewaffnet könnten sie enormen Schaden verursachen)?
Die Bugs, große, häßliche und gefährliche Insekten, wurden genauso mit Computerhilfe erschaffen wie die grandiosen Weltraumszenen - kein Wunder, daß Starship Troopers in der Kategorie "Spezialeffekte" sogar eine Oscar-Nominierung erhielt. Das Niveau dieser Spezialeffekte ist es, das dem Film zum Kassenerfolg werden ließ.
Verhoeven engagierte größtenteils "No-Names": Casper Van Dien war vor dem Film unbekannt, Dina Meyer hatte zuvor eine größere Rolle in "Dragonheart", Denise Richards verhalf Starship Troopers erst zum Durchbruch (sie spielte später in "James Bond - Die Welt ist nicht genug"). Michael Ironside sorgte dafür, daß der Film nicht gänzlich ohne Stars auskommen mußte.
Als Vorlage für den Film diente das gleichnamige Buch von Robert A. Heinlein, das aber nur die wenigsten im Film wiedererkennen würden.

Wer so richtig viel Blut fließen sehen will und Special Effects einer gut durchstrukturierten Handlung vorzieht, dem sollte der Film sicherlich gut gefallen. Auch die Fans von "Dark Future"-Filmen werden ihre Freude daran haben.