Turbulenter Actionthriller um einen Vermittler bei Geiselnahmen, der selbst zum Geiselnehmer wird, um eine Schmiergeldaffäre innerhalb der eigenen Reihen aufzudecken.
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Wieder einmal ein Routineeinsatz für den Chicagoer Polizeivermittler Danny Roman (
Samuel L. Jackson), Spezialist für Geiselnahmen: Mit Hilfe seiner psychologischen Tricks und seiner Überredungskunst hat er ein Mädchen aus den Fängen seines wahnsinnigen Vaters befreit. Und das, wie gewohnt, ganz ohne Blutvergießen. Bei der anschließenden Party berichtet ihm sein Kollege Nate von einem Informanten, der ihm gesteckt habe, daß jemand von der internen Abteilung, der auch Roman angehört, in die Schmiergeldaffäre um den polizeilichen Invaliditätsfonds verwickelt sei. Aus diesem Fonds sollen in den letzten Monaten über 2 Mio Dollar abgezweigt worden sein. Tags darauf, als Roman den Informanten kennenlernen soll, findet er Nate erschossen ins einem Wagen auf. Da Roman der einzige Verdächtige am Tatort war und in seinem Haus belastende Kontoauszüge mit Einzahlungen aus dem Ausland gefunden werden, deuten alle Indizien auf den Vermittler. Ein Mordprozess ist unausweichlich. In einem günstigen Moment greift Roman auf den letzten Ausweg zurück: Im Büro des internen Chiefs Niebaum nimmt er diesen und seine Mitarbeiter als Geisel und bringt so das Verwaltungsgebäude in seine Gewalt. Auf diese Weise sollen die Informationen aus Niebaum (
J.T. Walsh in seiner vorletzten Rolle), den Roman für den Urheber der Korruptionsaffäre hält, herausgepresst werden. Die Kollegen sehen sich dem Verhandlungsgeschick Romans eindeutig unterlegen, sodass Lt. Chris Sabian (
Kevin Spacey) eingeschaltet wird, der als erfahrener Verhandler über die gleichen Talente wie Roman verfügt. Er soll dem Nervenspiel des Geiselnehmers ein baldiges Ende setzen, gerät aber selbst immer mehr zwischen die Fronten: Hat Roman mit seinen Vermutungen recht und befinden sich die Drahtzieher der Affäre gar wirklich unter seinen Polizeikollegen? Die Lage spitzt sich zu, als eine überstürzte Befreiungsaktion Romans und der Geiseln schief geht. Nun beginnt sich auch noch das FBI einzuschalten...
Kritik
"Verhandlungssache" ist einer jener Filme, die man gemeinhin unter die übliche Hollywood-Konfektionsware einreihen könnte. Hier würde man dem Film aber unrecht tun. Auch wenn sich die Story im schon x-mal dagewesenen Polizeimilieu abspielt, der Handlungsfaden nicht gerade überraschende Wendungen nimmt und der Film eigentlich ein einziger großer Polizeieinsatz ist, so lebt er doch weniger von seinen (nicht unbedingt sparsam eingesetzten) Special Effects als von seinen großartigen Dialogen.
Es ist ein psychologisches Spiel, das die beiden Hauptfiguren Roamn und Sabian hier miteinander treiben und das den Zuschauer von der ersten Minute an fesselt. Ein Spiel von Bluffs und taktischen Schachzügen, dem man mitunter nur schwer folgen kann. So stellt sich Roman der Außenwelt als brutaler Geiselnehmer dar, während er für seine Kollegen, die ihn am liebsten sofort fertigmachen würden, den Psychopathen spielt. Nur einer durchschaut diese Taktik: Der kongeniale Lt. Sabian, der bald an Romans Schuld zu zweifeln beginnt und gemeinsam mit diesem gegen die starren Fronten der Chicagoer Polizei anzukämpfen versucht.
Zwischendurch wechselt Regisseur F. Gary Gray das Tempo und schaltet die für das Genre üblichen Actionsequenzen ein, um sich gleich danach wieder auf das wortreiche Duell der beiden Hauptdarsteller zu konzentrieren.
Wenn "Verhandlungssache" eines ist, dann großes Schauspielerkino, denn sowohl Samuel L. Jackson als auch Oscarpreisträger Kevin Spacey geben ihren Rollen Profil und begeistern durch perfektes Minenspiel und Timing. Man kann dem Regisseur, der ursprünglich Sylvester Stallone die Hauptrolle geben wollte, für diese Darstellerwahl nur danken, denn erst die beiden verleihen dem Film so etwas wie Exklusivität. Auch die Darsteller in den Nebenrollen (David Morse, J.T. Walsh,...) sind ein seltener Glücksgriff.
"Verhandlungssache" wirft zwar keine neuen Themen auf - auch das Bild des korrupten Polizisten war schon mal da - hebt sich aber angenehm von anderen Filmen dieses Genres ab, indem es die Spannung perfekt dosiert und den Betrachter bis zuletzt im Unklaren läßt, wer tatsächlich hinter der Verschwörung steckt.
Als Zuseher steht man natürlich automatisch auf der Seite des (vermeintlich) bösen Geiselnehmers, was den Spass an diesem temporeichen und actiongeladenen Thriller noch erhöht.