Suche: Suche abschicken


From Dusk till dawn
Quentin Tarantino und Robert Rodriguez schicken George Clooney und Harvey Keitel aus einem Gangsterfilm in eine Vampirorgie - Großartiger Splatterspaß.


Werbung

Eine Kritik von Christoph Huber

Kritik
"What´s in Mexico? Mexicans" - im Geiste solch trashbewußter Ein- und Zweizeiler haben sich die zwei damals hipsten Regisseure Hollywoods zusamengetan, um eine Spaßhommage sondergleichen abzuliefern. Robert Rodriguez (Regie) und Quentin Tarantino (Drehbuch und Hauptrolle) starten mit der Geschichte der Gecko-Brüder (George Clooney mit seiner typisch entspannten Ironie, Tarantino eine psychotische Knallcharge, bei der seine schauspielerische Aufdringlichkeit ausnahmsweise genau paßt), deren Flucht vor der Polizei (mit einer Newsreelsequenz, die genau das ist, was Natural Born Killers sein wollte - sogar John Saxon schaut vorbei) aufgrund des Letzteren schnell in einen blutigen Grenzübergang nach Mexiko münden. Der nebenher samt Kindern (Juliette Lewis, Ernest Liu) als Geisel benutzte Prediger-in-der-Gewissenskrise (Harvey Keitel, großartig, besonders in der Originalfassung) traut allerdings ebenfalls seinen Augen nicht, als sich die dort besuchte Strip-Bar (Salma "Schlangentanz" Hayek!) als Vampirhölle erweist. Verband den Film bis dahin eine im typischen Tonfall der Regisseure (Trashdialog mit popkulturellem Unterfutter: Tarantino, fette, ironische Inszenierung von Poparchetypen: Rodriguez) glücklich eingegangene Verbindung, die den Film vor jeglichem moralischen Anstrich bewahrt (nur als ein Mord mit einem Exorzist-Zitat verstärkt wird, kollidiert dies eigenwillig subliminal mit dem parodistischen Dialog), verwandelt sich dieser Hochgeschwindigkeitsspaß in eine blutige Splatterorgie, die all die richtigen Sachen verschweißt: George Zombie Romero", Peter "Braindead" Jackson, John "Das Ding" Carpenter, Sam "Tanz der Teufel" Raimi, Sam "The Wild Bunch" Peckinpah, John "The Killer" Woo. Garantiert politisch unkorrekt und bierspaßgetestet bis in die Gastauftritte von Tom "Make-Up" Savini, Fred "blaxploitation bis Italoschund" Williamson und Cheech "Kiffen macht lustig" Marin (in einer Dreifachrolle) ist dieser Film eine so liebevolle Witzhommage an seine Vorbilder, daß er zugleich verblüffenderweise einer der wenigen wirklich unschuldigen amerikanischen Filme der Neunziger ist. Oder wie es Tracy Williams einst so schön für ihre knausrig meckernden Kollegen von "Film Threat" formulierte: "You guys wouldn´t know a decent movie if I carved it into your foreheads."