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Die Verurteilten
Andy Dufresne (Tim Robbins) wird wegen Mordes an seiner Frau zwei mal Lebenslänglich ins Gefängnis gesteckt.


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Eine Kritik von Markus Steiger

Andy Dufresne (Tim Robbins) ist wegen Mordes an seiner Frau angeklagt. Sie ist gemeinsam mit ihrem Liebhaber während eines Schäferstündchens erschossen worden. Andy als gehörnter Ehemann ist Hauptverdächtiger und wird schließlich zu zwei mal Lebenslänglich verurteilt. Im Gefängnis hat er alle Hände voll zu tun, sich gegen homosexuelle Übergriffe zu wehren, was ihm jedoch nicht immer gelingt. Schutz findet er erst bei Red (Morgan Freeman) und seinen Freunden. Zwischen den beiden entwickelt sich allmählich eine Freundschaft, die über die Jahre, in denen Andy im Gefängnis sitzt, immer stärker wird. Eines Tages hilft Andy dem sadistischen Wärter Captain Byron Hadley (Clancy Brown) bei einer Steuersache, da er früher Banker war. Seine Dienste sprechen sich schnell herum und so kommt es, dass er sogar die Gefängnisbücher des korrupten Direktors (Bob Gunton) frisiert. Dadurch erhält Andy auch Schutz vor den gewalttätigen Häftlingen. Als eines Tages der junge Gangster Tommy (Gil Bellows) zu der Gruppe um Andy und Red stößt, scheint sich alles zum Guten zu wenden. Tommy kennt nämlich den wahren Mörder von Andys Frau. Nachdem der Direktor dies erfährt, lässt er jedoch Tommy ermorden, um Andy im Gefängnis zu behalten und um seine gesetzeswidrigen Geschäfte zu schützen. Daran scheint Andy zu zerbrechen.

Kritik
1994 hat sich Frank Darabont einer Kurzgeschichte von Stephen King angenommen und dieses Gefängnisepos gedreht. Die Verurteilten wurde mehrfach ausgezeichnet. Der Film erhielt viele Oscarnominierungen, unter anderem auch für die Darstellung des Red durch Morgan Freeman und für die Kategorie "Bester Film". Bekommen hat er keinen Oscar. Das scheint eine der Ungerechtigkeiten dieser Erde zu sein, denn Die Verurteilten ist wahrscheinlich der beste Gefängnisfilm aller Zeiten. 1999 verfilmte Darabont dann noch ein Buch Kings, welches wieder in einem Gefängnis spielt. Die Grüne Meile ist jedoch lange nicht so gut wie sein Vorgänger.

Natürlich gibt es viele Gefängnisfilme, in denen wir den Anstaltsalltag mit all seinen Härten kennen lernen durften. Hier unterscheidet sich auch dieser Film nicht von den anderen. Das Wetten auf die Neuankömmlinge, die sexuellen Übergriffe durch Mithäftlinge und schließlich die harte Gangart der Wärter sind schon ausreichend bekannt. Darabont bringt das alles jedoch derart perfekt auf die Leinwand, dass einem die Spucke weg bleibt. Jede Einstellung passt. Von der grandiosen Vogelperspektive, wenn der Gefängnisbus mit den neuen Häftlingen ankommt, bis zu einfachen Großaufnahmen bei Gesprächen. Die Verurteilten strahlt eine eigene Atmosphäre aus, der sich niemand entziehen kann.

Der Hauptdarsteller zu Beginn des Filmes ist Andy Dufresne. Im weiteren Verlauf nimmt jedoch die Geschichte des Red immer stärkere Züge an, bis einem diese Figur vollständig ans Herz gewachsen ist. Andy und Red werden die dicksten Freunde. Zusammen versuchen die beiden, eine Gefängnisbibliothek einzurichten, wobei Andy jeden Tag einen Brief an die Behörden schickt, um zusätzliche Gelder zu bekommen. Dabei arrangieren sie sich mit dem Direktor und mit den Wärtern. Darabont legt hier sehr viel Wert auf die Freundschaft der beiden Hauptakteure. Immer wieder reden die beiden in langen Gesprächen über Schuld, Reue und Hoffnung, wobei Letzteres nach Reds Meinung sehr gefährlich sein kann.

Auch die anderen Häftlinge kommen im Film nicht zu kurz. Heywood (William Sadler) ist ein Großmaul, auf das man sich aber verlassen kann. Tommy ist der Heißsporn, dessen sich Andy, schon in die Jahre gekommen, annimmt, um ihm einen Abschluss zu verschaffen. Und da ist noch Brooks (James Whitmore), der schon ewig im Gefängnis zu sein scheint und plötzlich entlassen wird. Welche Auswirkungen die Entlassung auf Brooks hat, sieht man in der Szene, in der er droht Heywood umzubringen, nur um im Gefängnis bleiben zu können. Auch bei Reds Entlassung wendet Darabont den Trick an, ihn in Freiheit genau das gleiche wie Brooks erleben zu lassen, um den Zuschauer auf die Probe zu stellen. Brooks erhängt sich nämlich in der kleinen Pension, in der er einquartiert wird. So zittert man um Red, da seine Figur eine Herzenswärme und Ruhe ausstrahlt, die einen nicht kalt lassen kann.

Nachdem die Bibliothek errichtet ist, scheint alles in Ordnung zu sein. Jedoch verschlimmert das Auftauchen Tommys die Situation um vieles. Andy fordert die Freiheit und überreagiert im Büro des ultrabösen Direktors. Dieser lässt Tommy erschiessen und steckt Andy ins Loch. Natürlich arbeitet Darabont mit Extremcharakteren. Der Wärter und der Direktor sind Schweine, während die Häftlinge ehrliche Typen sind. Jedoch nimmt man es ihm ab, da die Schauspieler ihre Sache sehr gut machen.

Eindrucksvoll spielt Darabont auch mit der Zeit. Während dieses Filmes vergehen viele Jahre, in denen mal mehr mal weniger passiert. Die Akteure scheinen sich ihrem Schicksal ergeben zu haben. Was bleibt ihnen anderes übrig? Sie versuchen, so gut wie möglich mit der Tatsache zurechtzukommen, ein Leben lang hinter Gittern verbringen zu müssen. Eine der wichtigsten Szenen ist hierbei die letzte Vorstellung Reds vor dem Bewährungsausschuss. Gerade als er sich nicht mehr anstrengt zu betonen, dass er voll resozialisiert ist, wird er auf Bewährung freigelassen. Wenn er über seine Tat redet und über den Wunsch, mit seinem damaligen Ich ein Gespräch zu führen, dann weiß man, warum dieser Film so gut ist. Er geht einfach unter die Haut.

Tim Robbins spielt den Andy Dufresne sehr ruhig und zurückhaltend. Andys Charakter scheint genau auf ihn zugeschnitten zu sein. Zusammen mit dem alles überragenden Morgan Freeman zaubert er eine seiner besten schauspielerischen Leistungen auf den Bildschirm. Was Freeman betrifft: Niemand hätte den Oscar mehr verdient als er. Sein trauriger Dackelblick und die ruhige Art, wie er im Film redet und seine Geschichten erzählt, sind unglaublich. In diesem Jahr und im Jahr darauf hat er mit Die Verurteilten und Sieben zwei Volltreffer gelandet, die in die Filmgeschichte eingegangen sind. Gratulation.

Was das Ende betrifft, so möchte ich es nicht verraten, da es viel zu dem wunderbaren Gefühl beiträgt, welches man nach dem Genuss dieses Filmes hat. Nämlich das Gefühl zu wissen, dass es immer noch verdammt gute Filme gibt, für die es sich lohnt, den anderen Schrott anzusehen. Und, nicht vergessen: Die Erlösung liegt in der Bibel.

Fazit: Ein Hammerfilm, der für mich keinerlei Schwächen hat.