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Die Macht der Bilder: Leni Riefenstahl
Zweiteilige Dokumentation über Werk und Leben der umstrittenen aber doch geschätzten Filmkünstlerin und ihren Umgang mit der problematischen Vergangenheit.


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Eine Kritik von Stefan Oswald

Der Film handelt in seinen zwei Teilen das Leben der Ausnahmefrau in Interviews und alten Aufnahmen ab. Daher kurz eine Zusammenfassung:
Leni Riefenstahl kann man getrost als die erste Karrierefrau des deutschen Films bezeichnen. Von der Tänzerin, über die gefragte Schauspielerin bis zur Regisseurin. Mit eisernen Willen arbeitete sich Leni Riefenstahl empor.
Dabei setzte sie als Filmkünstlerin auch ästhetische Maßstäbe.
Daß sie leider allzu fröhlich für die falschen Leute Filme machte, fällt ihr erst gegen Ende der Naziära auf. Doch die von allen Geächtete erkämpft sich eine zweite Karriere als Ethno-Photographin.
An der Frage des Ausmaßes und der Erkenntnis ihrer Fehler entspannt sich ein ungeziertes Psychogramm.

Kritik
Dem Regisseur ist es, wie vielen, nicht ganz leicht gefallen, mit dem Phänomen Riefenstahl umzugehen. Dennoch hat er das beste daraus gemacht. Je länger man dem Film zusieht, desto mehr gewinnt man den Eindruck, daß es Ray Müller nicht darum geht, historische Details nachzuerzählen, sondern vielmehr darum, einen Charakter zu zeichnen, der so unheimlich viel geschaffen, erlebt und gelebt hat.
Leni Riefenstahl ist eine zwiespältige Figur, beeindruckende Filme und körperliche Höchstleistungen, sowie künstlerischer Fanatismus auf der einen Seite, ein Unvermögen, sich selbst zu kritisieren auf der anderen.
Der Film mag unspektakulär erscheinen, subtil setzt er die richtigen Akzente, schont seine Protagonisten in keiner Phase und überläßt dem Zuschauer das Denken und das Beurteilen (keine von jenen seltsamen Kollektiventrüstungsvoyeurismen).
Leni hat aber recht, wenn sie manchmal einmal sagt: In diesem Scheißlicht wollen sie mich aufnehmen?

Denn technisch ist die Sache auf unterem Niveau. Wer sich höhere Einsicht in die Filmtechnik Riefenstahls erwartet, wird auch enttäuscht sein.

Insgesamt findet man aber eine von jenen Dokumentationen vor, die einen 3 Stunden fesseln und befriedigt entlassen.