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True Lies
Cameron sagte Action und Arnie bot "Ägschn" der Sonderklasse in einem wirklich sehr temporeichen, unterhaltsamen Bond-Verschnitt.


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Eine Kritik von Balazs Barnucz

Harry Tasker (Arnold Schwarzenegger) wohnt mit Frau Helen (Jamie Lee Curtis) und Tochter Dana in einem netten Einfamilienhaus in einem Washingtoner Vorort, sie führen ein Leben, wie jede andere mittelständische Familie in den Staaten. Helen arbeitet als Sekretärin in einem Verlag, Harry macht sich jeden Morgen auf den Weg in sein Büro in einer EDV-Firma. Doch Harry kommt dort nie an. Sein Job als EDV-Vertreter ist nur Tarnung - Harry Tasker ist nämlich Geheimagent. Doch von seiner Tarnung darf niemand, nicht einmal seine eigene Familie, wissen.
Harrys neuester Auftrag: Arabische Terroristen sind in Amerika aufgetaucht. Harry und sein Partner Albert "Gib " Gibson (Tom Arnold) sollen herausfinden, was die Terroristen planen, und ihr Vorhaben vereiteln. Die einzige Verbindung zu den Bösen scheint die attraktive Kunsthändlerin Juno Skinner (Tia Carrere) zu sein. Kaum stellt sich Harry bei ihr vor, schon findet er sich im Kugelhagel wieder. So was beeindruckt ihn nicht, er verfolgt den Terroristenanführer Salim Abu Aziz (Art Malik) zu Fuß, am Pferd, im Kaufhaus, im Hotel - doch der Bösewicht kann letztendlich entkommen. Schießerei beendet - Harry kann Mittagspause machen und mit seiner Frau zum Lunch gehen. Er will sie im Büro überraschen, doch zufällig bekommt er dort etwas mit, was er wohl nicht hätte erfahren sollen: Helen trifft sich mit einem anderen Mann.
Harry ist am Boden zerstört, kann nicht glauben, dass seine Frau eine Affäre hat. Er entschließt, Helen zu verwanzen, sie beschatten zu lassen. Und tatsächlich: Helen trifft sich mit einem Mann Namens Simon (Bill Paxton). Doch an ihm stimmt etwas nicht - er gibt sich als Spion in geheimer Mission aus. Aber Harry stellt bald fest, dass Simon nur ein einfacher Gebrauchtwagenhändler ist, der mit seiner Agentengetue einfach versucht, gelangweilten Frauen ein bisschen Spannung ins Leben zu bringen und sie ins Bett zu bekommen. Mit einem Trick vergewissert sich Harry, dass Helen nur ihn liebt - schon ist wieder alles in Ordnung.
Oder doch nicht? Gerade, als Harry Helen alles über seine zweite Existenz gestehen will, wird das Hotelzimmer der beiden von Salim Abus Männern gestürmt. Sie entführen die Taskers auf eine unbewohnte Insel der Florida Keys. Superspion Harry kann natürlich sich und die immer noch erstaunte Helen, die nicht glauben kann "mit Rambo verheiratet zu sein ", befreien. Auf der Insel erfahren die beiden auch den Plan der Terroristen: Sie haben 2 Atombomben gestohlen, die eine haben sie in einer amerikanischen Großstadt versteckt, womit sie Milliarden erpressen wollen, die andere wollen sie direkt auf der Insel hochgehen lassen, um der Welt zu zeigen, dass sie wirklich über Atomwaffen verfügen.
Keine Frage, Harry muss hier einschreiten, nimmt den Kampf mit Helen an seiner Seite gegen die Terroristen auf. Alle Araber schauen natürlich schlecht aus, wenn Harry wirklich böse ist - doch Salim kann erneut flüchten, die Insel explodiert, aber erst, als Harry und Helen sich schon in Sicherheit gebracht haben. Kaum küssen sich die beiden vor dem Atompilz im Hintergrund - schon kommt die nächste schlechte Nachricht: Salim hat Dana Tasker als Geisel genommen und sich in einem Hochhaus in Miami verschanzt. Das heißt für Harry, sich noch ein letztes mal aufzumachen – diesmal in einem Jagdbomber der Marines - und dem Terror ein für alle mal ein Ende zu setzen.

Kritik
Es gibt wohl wenige französische Filme, denen man ihr amerikanisches Remake vorziehen würde. In dem Fall ist es aber so. Wer "La Totale!" (unter anderen mit Miou-Miou in der Hauptrolle) gesehen hat, hat sich sicherlich ein wenig gewundert - erkennt man doch etliche Szenen und Handlung aus True Lies wieder. Eigentlich sollte es ja umgekehrt sein, denn Camerons Werk basiert auf den französischen Actionfilm aus dem Jahr 1991. Hollywood kaufte das Drehbuch und die beiden Autoren des Originals, Didier Kaminka und Simon Michaël, stellte ein Rekordbudget von über 150 Millionen Dollar zu Verfügung, holte Regiemeister James Cameron und "Ägschn" Superstar Arnold Schwarzenegger - womit alles bereit war, für einen der größten Blockbuster aller Zeiten.

Mit Harry Tasker wurde ein Superspion erschaffen, von dem selbst der beste Agent ihrer Majestät mit der Lizenz zum Töten beeindruckt wäre. Tasker ist knallhart, cool, er kann alles fahren und fliegen, hat stets einen flotten Spruch auf den Lippen - doch eines, vom Britischen Akzent und Lebensstil abgesehen, unterscheidet ihn deutlich von 007: Harry führt ein Doppelleben. Er ist verheiratet und liebt seine Familie. Dieser kleine, aber feine Unterschied hebt True Lies ganz deutlich von Bond ab und verleiht dem Film auch einen ganz anderen Touch - auch, wenn er oft und gern mit der 007 Reihe verglichen wird.

Mit True Lies setzte Regisseur James Cameron neue Maßstäbe für das Actionkino. Phantastische Szenen, wie der Verfolgungsjagd durch Park und Hotel im Sattel oder der finale Showdown - Arnold im Superflugzeug - versetzten die Zuschauer fast schon in Staunen und Actionfans ins Schwärmen. Neben den Stuntkoordinatoren hat auch die Special-Effects-Abteilung ganze Arbeit geleistet, wodurch die visuellen Eindrücke wunderbar abgerundet werden.

Der Film macht auch schon deswegen Spaß, weil er sich nicht ernst nimmt, Schwarzenegger kann durchaus selbstironisch sein im Gegensatz zu etlichen anderen, früheren Werken der Steirischen Eiche. Wie es sich für einen Blockbuster gehört, wurde hier ein Staraufgebot zusammengezogen - besonders gut gefallen haben mir Bill Paxton in seiner Nebenrolle, als Möchtegern-Schwarzenegger, der aus Angst schon mal in die Hose macht, und Tom Arnold als teilweise zynischer und immer lustiger Partner von Harry Tasker.

Conclusio: True Lies ist ein unterhaltsamer Actionmovie mit viel Witz, bei dem der Unterhaltungsfaktor ganz oben liegt. Da schaut man schon gern über ganz wenige Längen hinweg - auf jeden Fall absolut sehenswert!