Liebe auf den ersten Blick existiert. Das beweisen Clarence (
Christian Slater) und Alabama (
Patricia Arquette) sehr gut, als die beiden an Clarences Geburtstag in die Kiste steigen. Doch der nächste Morgen haut Clarence, einen als Elvis- und Filmfan Ruhe gewöhnten Kerl, völlig aus den Socken: Alabama ist ein Callgirl und wurde von Clarences Boss als "Geburtstagsgeschenk " engagiert. Aber die Kleine liebt den Comicverkäufer wirklich, weswegen sie ihn auch prompt heiratet. Nur hat Alabamas Zuhälter Drexl (
Gary Oldman) etwas dagegen. Und ehe sich das Paar versieht, sind sie mit einem Koffer voller Drogen auf dem Weg nach L.A. unterwegs. Und als Mitwisser nur die Mafia, ein paar zwielichtige Filmproduzenten und die halbe Polizeikraft der Stadt.
Wie schon bei
The Last Boy Scout angesprochen, hat
Tony Scott einen eigenen, unverwechselbaren Stil. Alles, was sich in dem
Bruce-Willis-Streifen erkennen ließ, darf man auch hier bewundern: Brennende Menschen, Blutspritzer en masse und relativ dunkles Kunstblut. Ob das jetzt wirklich so im Drehbuch (übrigens von
Quentin Tarantino) stand, weiß ich nicht. Fakt ist nur, bei Tarantinoskripts kann man nichts falsch machen, es sei denn, man ist Oliver Stone oder ein Teeniefilmregisseur (Verwünschungen, Morddrohungen und Briefbomben verärgerter
Oliver-Stone-Fans und Teeniefilmjünger bitte an meine Adresse. Ich bin´s gewohnt. Danke.) Was die Regiearbeit von Mr. Scott gleich doppelt so hell scheinen läßt. Die Tarantinoelemente und die Initiative von Tony Scott harmonieren wirklich perfekt miteinander, auch der Soundtrack ist gelungen, besonders das Titelthema von Hollywoods Nummer 1-Komponisten Hans Zimmer. Und wenn man bedenkt, dass Christian Slater nur kurz nach dem Dreh völlig stoned seine Frau verprügelt hat, macht es den Film gleich noch mal besser. Nein, das ist jetzt nicht makaber gemeint, nur bekam man damals wahrscheinlich keinen so üblen Nachgeschmack beim Anschauen dieses Werkes. Ich sag´s ja: Die frühen 90er waren halt in vielem besser als die heutige Zeit. Jedenfalls filmtechnisch gesehen. Damals gab´s nämlich keine Liebesfilme, in die man nur gegangen ist, um eine mit Schwabbelhintern ausgestattete Latinoträllertussi zu beäugen (Verwünschungen, Morddrohungen und Briefbomben verärgerter
Jennifer-Lopez-Hörer bitte an meine Adresse. Ich bin´s gewohnt. Danke.). Da ist man noch wegen der Story und wegen Patricia Arquette ins Kino, die hat wenigstens was drauf, und zwar da, wo´s drauf ankommt: Schauspielkunstmäßig nämlich. Und wegen der vielen Nebendarsteller (Gary Oldman,
Val Kilmer,
Dennis Hopper,
Christopher "Gott" Walken,
Michael Rapaport,
Brad Pitt,
Chris Penn etc.), denen man die Spielfreude deutlich ansieht. Vor allem Brad Pitt als absoluter Dauerkiffer ist einen Videoabend mit der ungeschnittenen Fassung von
True Romance wert.
Besonders mit Freundin.
In diesem Sinne:
Yes I never been to Graceland....