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Dr. Seltsam, oder wie ich lernte die Bombe zu lieben
Eine der größten schwarzen Komödien aller Zeiten: Der Atomkrieg als Spassmaschine menschlichen Irrsinns. Von Stanley Kubrick.


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Eine Kritik von Christoph Huber

General Jack D. Ripper wird wahnsinnig und beschließt um der Reinheit der Säfte willen, den Atomkrieg mit Russland anzufangen - was der Präsident verzweifelt und unfähig zu verhindern sucht. Kubricks Kalte-Kriegs-Komödie hat bis heute kaum etwas von ihrer beißenden Schärfe verloren - zum einen dank des knapp stilisierten Realismus seiner Bilder, zum anderen dank des göttlichen Skripts (neben Kubrick von Terry Southern und Peter George, aus dessem ernsthaften Roman Red Alert im Zuge der Entwicklung konsequent eine schwarze Komödie gemacht wurde). Neben brillantem Dialog bestechen hier die Schauspieler - neben Peter Sellers in einer formidablen Dreifachrolle (als steifer britischer Offizier, weichlicher Präsident und der Titelgebende Ex-Nazi-Forscher im impotenten Rollstuhl) etwa George C. Scott in seiner Lieblingsrolle als kaugummikauender Kriegshetzer oder Westernveteran Sterling Hayden als Major Kong, der hier den Ritt seines Lebens absolviert. Ein Meisterwerk der Niedertracht: "Gentlemen, you can´t fight in here - this is the War Room. "