Einer der zentralen Filme der Neunziger (nämlich eigentlich die wahre Vorstudie zum
Tarantino-Modell, dass in Gefolge von
Pulp Fiction die Mittneunziger verseuchte): Gemeinsam mit Drehbuchautor
Nicholas Pileggi schildert
Martin Scorsese Aufstieg und Fall eines Gangsters (
Ray Liotta) als eine wuchernde, energetische Ansammlung von Details, die auch die Geschichte Amerikas ist. Großes Schauspiel (
Lorraine Bracco,
Robert De Niro,
Joe Pesci), endlose Parallelwelten in der Off-Erzählung, entfesselte Kamera (
Michael Ballhaus): eine Enzyklopädie bester Szenen, konstruiert wie ein Musikstück, traumtänzerisch immer den richtigen Ton zwischen Komik, Gewalt und Schmerz findend, selbstreflexiv bis ins letzte Detail. "As long as I can think back, I wanted to be a gangster. " - schon der erste Satz des Films ist ein Bekenntnis gegen die reine, saubere Welt der Normen.
GoodFelllas ist auch ein Film darüber, wie die Realität durch andere Filme verschoben wurde - aber im Gegensatz zur postmodernen Truppe um
Spielberg kämpft seine Persönlichkeit dabei gegen Hollywood - für komplizierte Zusammenhänge und gegen die reine, saubere Einfachheit.