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Der Weiße Hai
Drei Mann gegen einen weißen Hai. Spielberg belebte mit diesem Film das Monsterfilmgenre.


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Eine Kritik von Markus Steiger

Sheriff Brody (Roy Scheider) ist irgendwie unruhig. Seit kurzem ereignen sich schreckliche Vorfälle in Amity. Verstümmelte Leichen werden an den Strand gespült. Brody vermutet einen Hai hinter den Attacken, woraufhin er den Bürgermeister (Murray Hamilton) zu einer Schließung des Strandes überreden will. Dieser will davon aber nichts wissen. Schließlich steht die Badesaison vor der Tür und die Gemeindekasse will gefüllt werden. Als sich die Lage nicht beruhigt, beschließt der alte Seebär Quint (Robert Shaw) den Killer selbst zu erledigen. Brody überwindet seine Angst vor dem Wasser und schließt sich dem Fischer an. Mit an Bord ist auch noch der Haiexperte Matt Hooper (Richard Dreyfuss), der sich die Erforschung eines so großen weißen Hais nicht entgehen lassen will. Auf hoher See bemerken die Crewmitglieder jedoch langsam, dass sie nicht Jäger, sondern Gejagte sind.

Kritik
Nach dem beeindruckenden TV-Film "Duell" und dem Road-Movie "Sugarland Express" kam für Steven Spielberg mit diesem Film entgültig der Durchbruch. Nach der Erstaustrahlung von Jaws (OT) leerten sich die Strände Amerikas ruckartig. Spielberg hat den Monsterfilm wiederbelebt und seine Landsleute damit zu Tode erschreckt. Damals wusste man noch nicht, dass Spielberg nie wieder den Mut zeigen würde, den er bei diesem Film bewiesen hat. "Der weiße Hai" gehört zu den Meilensteinen der Filmgeschichte, da er mM nach „perfekt“ ist. Und das meine ich als ansonsten scharfer Spielberg-Kritiker.

Warum ist Jaws also so gut? Zuerst muss man die Charaktere und ihre Beziehung zueinander erwähnen. Nach oftmaligem Genießen des Filmes bin ich zur Ansicht gekommen, dass nicht der Hai (wie immer wieder behauptet), sondern das Dreigespann Scheider-Shaw-Dreyfuss die Hauptrolle spielt. Aus dieser Geschichte ergibt sich eine der tollsten Männerfreundschaften der Filmgeschichte. Drei völlig verschiedene Charaktere werden durch ein Abenteuer zusammengeschweißt und verdienen sich den gegenseitigen Respekt. So etwas gab es vorher und nachher, jedoch geben Peter Benchley (hat auch den Roman geschrieben), Carl Gottlieb sowie die drei Schauspieler ihren Figuren eine tiefere Darstellung als man sie von dieser Art Film erwartet. Kitsch wird durchgehend vermieden und auch Klischees werden durch amüsante Szenen aufgelöst. So zeigen sich Shaw und Dreyfuss in der Kajüte ihre Wunden aus vergangenen Schlachten, wobei der eine den anderen immer um eine Verletzung übertrumpft. Diese Szene gehört heute noch zu einer der am öftesten Kopierten überhaupt.

Natürlich muss man auch den Hai erwähnen. Erst beim Making-Of (DVD) sieht man, mit welchen Problemen die Filmcrew, angeführt von einem jungen, unerfahrenen Regisseur, zu kämpfen hatte. Nicht wissend, ob der Hai Gelächter beim Publikum auslösen würde, fieberten alle der Premiere entgegen. Doch lachen musste niemand. Wenn Roy Scheider die Köder ins Wasser wirft, sich dabei umdreht und der Hai kurz darauf aus dem Wasser schießt, rast der Puls beim Zuseher auf 180. Spielberg schafft es, keine einzige Szene übertrieben oder unnatürlich erscheinen zu lassen. Vielmehr wirkt alles so real, wie es nur sein kann. Und wenn Ihnen das Optische nicht reicht, dann sind sie mit dem Score von John Williams bestens bedient.

Da-ra, Da-ra, Daradaradaradaradara..... Jeder kennt diese rhythmischen Töne, die einem eine Eiseskälte über den Rücken jagen. Diese Musik wird perfekt eingesetzt, einerseits um den Zuseher hie und da zu täuschen, andererseits um die Bedrohlichkeit des Hais zu verstärken. Wohl einer der besten Scores bis heute (und auch der Academy einen Oscar wert). Nicht unerwähnt darf die Kameraarbeit von Bill Butler bleiben. Die Kamera ist immer im Geschehen, jedoch verliert man in keiner Szene den Überblick. Aufnahmen vom Kran (Mast), Nahaufnahmen, Kamerafahrten oder Unterwasserszenen. Alle Möglichkeiten werden ausgereizt.

Zur perfekten Abrundung des ausgezeichneten Eindrucks tragen die drei Hauptdarsteller bei. Roy Scheider war nie wieder so gut wie in der Rolle des aquaphoben Polizisten Brody, Richard Dreyfuss’ Rolle ist ihm auf den Leib geschrieben und einer der ganz großen des Filmes zeigt, was in ihm steckt: Robert Shaw. Seine Darstellung des Seebären Quint hätte sich einen Oscar verdient, jedoch wurde der Charakterdarsteller nicht einmal nominiert. Drei Jahre nach diesem Welterfolg starb Shaw viel zu früh an einem Herzinfarkt.

Abschließend ist zu sagen, dass Spielberg in seiner Karriere nie wieder zu so einer tollen Form aufgelaufen ist. Vielmehr hat er sich ins schwülstig moralische Märchenfach verabschiedet, aus dem er bis heute noch nicht herausgefunden hat. Diesen Film sollte aber jeder gesehen haben, der nur die geringste Verbindung zum Medium Film hat.

Fazit: Spielberg at his (only) best.