Suche: Suche abschicken


Easy Rider


Werbung

Eine Kritik von Christoph Huber

Der unerwartete Erfolg von Dennis Hoppers billig produzierter Motorradfahrerballade öffnete gemeinsam mit Die Reifeprüfung (in beiden Fällen dürfte die damals aufsehenerregende Verwendung von Popmusik nicht unbeteiligt gewesen sein) die Tür für eine kurze Phase frischen Bluts in Hollywood - Ende der 60er, Anfang der 70er schien ein aufregendes, komplexes, selbstreflexives Kino kurz möglich. Im Rückblick gehört dieser Film leider nur bedingt dazu: Hoppers sprunghafter Stil hat noch nicht die Klasse seiner nächsten Filme erreicht, und die unapologetische, selbstverliebte Darstellung der Aussteigergeneration stiess nicht nur Paul Schrader anlaesslich der Veroeffentlichung sauer auf: "Genausogut könnte es ein Nazifilm sein, in dem Hitler und Göring durchs Rheinland fahren, um am Schluss von einer wütenden, bunt zusammengewürfeltem Gruppe von jüdischen Bankiers, Wissenschaftlern und Künstlern mit schwerem Akzent niedergeschossen zu werden (auf diese Art wäre er zumindest lustig gewesen)". Harsche, aber nicht unberechtigte Worte. Trotz aller Einwände: ein wichtiger Film, der zahlreiche bessere möglich machte - und in seiner zwischen wirrer Drogenextase und Fortschreibung gegenkultureller Poparchetypen (Phil Spector, die Corman-Gang, vor allem Jack Nicholsons Nebenrolle, "die so gut ist, dass sich der Film von seinem Abgang nie erholt") schwankender Erzählung noch immer ein klassischer Bad Trip als Zeitreise.