Im zweiten Abenteuer verschlägt es
Indiana Jones (eher zufällig) nach Indien. Dort muss er in Begleitung seines kleinen Freundes Shorty und der Sängerin Willie (
Kate Capshaw) einen heiligen Stein wiederbeschaffen, der von Anhängern der bösen Kali-Sekte gestohlen worden ist. So machen sich die Drei auf den Weg zum Palast von Pancott, denn von dort geht das Böse aus.
Der zweite Teil der Trilogie unterscheidet sich in einigen Bereichen von den anderen beiden. Erstens bekämpft Indy (
Harrison Ford) im Tempel des Todes keine Nazis, zweitens findet man keinen der anderen Charaktere aus
Teil I und
III wieder und drittens gibt es hier wirklich sehr viele Szenen, die an das kindliche Gemüt des Zusehers appellieren (Ungeziefer, ekliges Essen).
Der Zauber dieser Filme liegt bestimmt darin, dass die meisten sie in ihrer Kindheit gesehen haben und somit schöne Erinnerungen daran knüpfen. Damals war es einfach ein neu (oder wieder) entdecktes Genre mit einem Helden, den wohl alle cool fanden. Da verzieh man Spielberg schon mal die manchmal stark konstruierten Szenen, welche nur dazu da waren, um eine Actionsequenz einzuleiten.
Teil II ist, was diese Eigenschaft betrifft wohl das extremste Beispiel der Trilogie. Wozu haben die Bösen einen riesigen Wasserkessel in der Mine? Warum führen die Schienen der rechten Strecke genau zum Ende der Felswand? Und das extremste Beispiel: Weshalb folgt der Hohepriester Willie und Shorty auf die Hängebrücke, wenn Jones sowieso schon in der Falle sitzt? Der Skeptiker akzeptiert solche widersprüchlichen Szenen wohl nur schwer. Der Sympathisant (meine Wenigkeit) hingegen nimmt sie gelassen hin.
Die Action selbst dagegen ist frei von jeglicher Kritik. Schon die 30-minütige Anfangssequenz, in der Jones mit dem Schurken Lao Che ein Tauschgeschäft in einem Nachtclub Shanghais abschließt, welche in einer wilden Schließerei endet, ist verdammt gut gemacht. Sie gipfelt in einem Absprung aus einem Flugzeug mit einem Schlauchboot und einer anschließenden Rutschpartie einen Berg hinab. Außerdem muss das Boot noch in das Element, für das es gemacht wurde (reißender Fluss).
Dazwischen hat man etwas Zeit zum verschnaufen, jedoch nur um für den Showdown gerüstet zu sein, der länger als manch normaler Film ist. Hervorzuheben ist hier natürlich die Achterbahnfahrt durch die Mine, die so gut ist, dass sie etwaige Ansprüche an den Realismus locker beiseite stellt.
Einziger wirklicher Wermutstropfen sind für mich die Charaktere der Sängerin Willie und des kleinen Chinesenjungen Shorty. Beide nerven entweder durch dauerndes Geschrei oder sinnlose Dialoge. Außerdem gibt Shorty immer wieder Meldungen aus dem Hintergrund ab, die einfach nicht in die Szenen passen. Auch seine doppelten und dreifachen Beschreibungen dessen, was der Zuseher sowieso schon sieht, sind überflüssig.
Trotz dieses Kritikpunktes kann man dem Film immer noch den videoFreak-Award verleihen, da er perfektes Unterhaltungskino bietet, welches jeden in seinen Bann zieht und in seiner Art einzigartig ist.