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18 Stunden bis zur Ewigkeit
Spannender Bombenthriller mit Omar Sharif und einem relativ jungen Anthony Hopkins, gedreht von Beatles-Regisseur Richard Lester, der mit diesem Film einmal mehr beweist,dass er nicht nur Komödien drehen kann.


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Eine Kritik von Iris Träutner

Die „Britannica“ sticht in See, Superintendent John McCleod winkt seiner Frau und seinen zwei Kindern nach, die er zur Erholung auf die Reise schicken wollte. Nichts wird aus der Erholung, folgt doch bald nach dem Seestich der Anruf eines gewissen „Juggernaut“, der angibt, sieben Bomben auf dem Schiff befestigt zu haben, die ungefähr 18 Stunden später explodieren würden, bekäme er nicht die geforderte Geldsumme.

Es folgen eine spektakuläre Szene, in der ein Bombenentschärfungsteam auf das Schiff gebracht wird und eine unglaublich spannende Entschärfungsaktion, das seine Qualität nicht zuletzt der Darstellung von Richard Harris, der den Chef des Entschärfungsteams darstellt, verdankt.

Ein weiterer Spannungspunkt ist natürlich die Tatsache, dass sich McCleods Familie auf dem Schiff befindet, eine kleine Liebesgeschichte gibt es selbstverständlich auch, wobei sie eigentlich zu nichts gut ist, außer den Captain ein bisschen zu charakterisieren.

Kritik
"Anders als Kubrick verweigerte Lester aber den Perfektionismus und die totale Hingabe. Und das funktionierte halt manchmal. Und manchmal funktionierte es überhaupt nicht: In Juggernaut zum Beispiel, einem wirklich erzblöden Terroristen-auf-Kreuzfahrt-Thriller, dem die Verjährtheit aus jedem Kader quillt."
Soweit "Der Standard" in einer Beilage vom 5. Oktober 2000.

Ich kann mich dem absolut nicht anschließen. Erstens hat der gute Mann oder die ebensolche Frau den Film anscheinend entweder nicht gesehen, missverstanden oder nicht aufgepasst, denn von Terroristen sehe ich zumindest auf dem Schiff keine Spur, also passt die Bezeichnung vom "Terroristen-auf-Kreuzfahrt-Thriller" überhaupt nicht und vermittelt auch ein komplett falsches Bild von der ganzen Story.

Zweitens: Der Film wurde im Jahr 1974 gedreht und das bemerkt man natürlich auch. Aber das mit der "Verjährtheit aus jedem Kader" ist doch bei weitem übertrieben. Die Handlung wird etwas langsamer als bei entsprechenden Action-Filmen aus unseren Tagen vorangetrieben, die Action-Szenen selbst sind weniger aufwändig, weniger häufig und vor allem nur dort, wo sie sinnvoll sind. Ich finde das angenehm, vielleicht nennen es manche "verjährt", was somit ja schon fast ein Kompliment wäre.

Und nun zur Bezeichung "erzblöd". Nun ja, Jack Morton drückte das etwas anders aus: "Man darf sich nicht allzu viel Logik erwarten, aber jede Menge Spaß." Diese Sichtweise ist doch gleich viel positiver, nicht?
Abgesehen davon erschien mir die Handlung durchaus in sich schlüssig zu sein. Die Motivation des Juggernaut zu dem Anschlag ist zwar nicht wirklich originell, gibt aber Anlass zu einer kleinen sozialpolitischen Debatte am Rande.

Somit ist „Juggernaut“ bzw. „18 Stunden bis zur Ewigkeit“ ein durchaus sehenswerter Film mit einer erstklassigen Besetzung, der Spannung garantiert und trotzdem manchmal den für Lester typischen Humor durchblitzen lässt.