Die Luft ist erfüllt von elektrischen Entladungen und plötzlich ist er da: unverkennbar ein Terminator (
Arnold Schwarzenegger), nur umgeben von Biogewebe. Sofort macht er sich auf den Weg und besorgt sich Kleidung, Waffen und ein Motorrad, um seinen Auftrag zu erfüllen. In einem anderen Teil von Los Angeles spielt sich Ähnliches ab. Ein weiterer Zeitreisender ist angekommen. In der Uniform eines Polizisten macht er sich ebenfalls sofort auf die Suche. Der Computer seines Wagens weist ihm den Weg. Diesmal ist aber nicht die in einer psychiatrischen Anstalt einsitzende Sarah Connor (
Linda Hamilton) das Ziel der Suche, sondern ihr zehnjähriger Sohn John (
Edward Furlong). Der fährt mit seinem Freund derweil zur nächsten Bank und knackt einen Geldautomaten, während schon der Häscher auf seiner Spur ist. In einem Automatensalon verpulvern die beiden Kids gerade ihr Geld als es zum ersten Zugriffsversuch kommt. Doch erstaunlicherweise ist es der als Polizist verkleidete T-1000 (
Robert Patrick), der John töten soll. Der Terminator alten Stils rettet dem Kind das Leben. Eine wilde Verfolgungsfahrt entwickelt sich, nachdem der Junge es geschafft hat sein Motorrad zu erreichen, während die beiden Maschinen noch im Nahkampf miteinander ringen. Doch der T-1000 ist erst einmal stärker als das ältere Modell und kapert einen schweren LKW. In den Abwasserkanälen von L.A. holt der Verfolger immer mehr auf, doch in letzter Sekunde schafft es, der mit einer Harley vom Typ Fat Boy hinterherrasende Terminator den LKW zu überholen und den Jungen auf sein Motorrad hinüberzuziehen. Sie entkommen und John erfährt zum erstenmal, daß die Geschichten, die ihm seine Mutter immer erzählte, wahr sind. John merkt durch einen Zufall, daß der Terminator seinen Befehlen gehorchen muß. Da seine Pflegeeltern schon vom T-1000 getötet worden sind, um ihn in die Falle zu locken, machen sich die beiden auf, um Sarah Connor aus der Nervenheilanstalt zu retten. Sie kommen gerade noch rechtzeitig, um sie vor dem Killer zu retten und fliehen in den Süden. Dort versorgen sie sich bei Freunden mit Waffen und allem übrigen. Sarah erkennt, daß sie die Zukunft ändern muß, damit das furchtbare Gemetzel verhindert wird. Sie bricht ohne ihren Sohn und seinen Beschützer auf ,um den Mann zu töten, der letztendlich für die Entwicklung von Skynet, jener künstlichen Intelligenz, die ihren Sohn töten lassen will, verantwortlich ist. Doch dort angekommen kann sie ihren Entschluß nicht in die Tat umsetzen und erkennt, wie grausam sie fast gehandelt hätte. Ein Kind, das sich schützend vor seinen Vater wirft, verhindert den Mord. Auch John hat das erkannt. Sie erklären dem Ingenieur was passieren wird und schmieden einen Plan, der es unmöglich machen soll, daß Skynet jemals entwickelt werden kann. Dazu müssen sie nicht nur alle Aufzeichnungen vernichten, damit niemand anderes die Arbeit ausführen kann, sie müssen auch die geheimgehaltenen Bruchstücke des ersten Terminators beseitigen, die Grundlage für Dysons Erfindungen. Außerdem ist natürlich auch der T-1000 mit den Fakten vertraut und wird die gleichen Schlüsse ziehen. Sie haben keine Zeit zu verlieren. Nunmehr zu viert überwältigen sie eine Wache und legen im ganzen Gebäude Sprengladungen. Doch der stille Alarm wurde ausgelöst. Ohne die Hackerfähigkeiten von John wäre der Plan jetzt gescheitert. So aber können sie sich der Teile bemächtigen und sie zerstören. Leider wird der Ingenieur tödlich getroffen und bleibt mit dem Sprengzünder in der Hand im Labor zurück, während die anderen den Weg nach draußen gerade noch finden. Aufgrund eines Befehls von John schafft es der Terminator trotz Waffeneinsatz, niemanden zu töten. Da taucht im größten Chaos der T-1000 auf. Mit einem Mannschaftstransporter gelingt ein letztes Mal die Flucht während in einer gigantischen Explosion das Computerforschungslabor in die Luft fliegt. Doch der Verfolger ist ihnen dicht auf den Fersen. In einem alten Stahlwerk kommt es zum heißen Showdown.
Mit
Terminator 2 ist
James Cameron der große Wurf gelungen und er empfahl sich nachdrücklich als der Science-Fiction-Regisseur der achtziger und neunziger Jahre. Der Film entpuppt sich zudem als eine der seltenen Ausnahmen, in denen die Fortsetzung eines erfolgreichen Films sowohl in finanzieller als auch in qualitativer Hinsicht noch einen drauf setzt. Für das Genre des Science-Fiction-Films erwies sich dieser actionhaltige Thriller so wertvoll wie zuvor nur noch
Alien und
Blade Runner von
Ridley Scott.
Wie im bemerkenswerten
zweiten Teil der Alien-Reihe schaffte er es auch hier ein überzeugend wirkendes Stück Zukunftsvision anzuliefern. Abgesehen von den Fallstricken des Zeitparadoxaproblems (wenn es Skynet nicht mehr geben kann, wieso sind die beiden Terminatoren nach der Explosion des Labors dann noch da?) gibt es keine der bei Science-Fiction-Filmen so oft üblichen ärgerlichen Momente der Unlogik. Man erinnere sich nur an solch Machwerke wie Disneys "Das schwarze Loch" oder die "Kampfstern Galactica-Serie".
Cameron ist eben Perfektionist, und das drückt seinen Filmen einen unverwechselbaren Stempel auf. Da er in diesem Fall auch wieder das Buch verfasst hat, konnte er seine visuellen Vorstellungen gradlinig in die Regiearbeit umsetzen. Zudem hatte er das Glück, auch finanziell aus dem Vollen schöpfen zu können. Die bis dahin spektakulärsten Special Effects der Filmgeschichte stehen konsequent im Dienste der Story und nicht umgekehrt. Die Helden dieser düsteren anarchistischen Fabel sind allesamt Verfemte. Eine für verrückt gehaltene Frau, deren rebellischer Sohn und eine umprogrammierte Maschine, die gegen ihre eigene Art kämpft. Die sonst übliche Symbolik wird einfach umgedreht.
Dies wird noch auf die Spitze getrieben durch die Figur des T-1000, der über weite Strecken des Films in Polizeiuniform auftritt. Die "gute Maschine" hingegen ist in schwarze Lederkluft gekleidet, fährt zu Beginn ne Harley, knackt Autos und "kümmert sich um die Polizei" in recht eigenwilliger Weise. Ein Trick, den übrigens schon
George Lucas in
Star Wars benutzte, in dem er die "bösen" Sturmtruppen in jungfräulich weiße Rüstungen steckte.
Zwei der interessantesten Themen der SF werden in diesem Film zur gelungenen Synthese gebracht. Zeitreise und künstliche Menschen oder anders ausgedrückt Roboter. Die Figur des synthetischen Menschen zieht sich durch die Science Fiction und die übrige Phantastik seit jeher. Ob es sich nun um Alraune, Homunkulus oder um den Golem handelt, oder wie in neuerer Zeit um Frankensteins Geschöpf oder den Roboter aus Fritz Langs Metropolis, sie alle boten schon reichlich Stoff für gute Geschichten. Auch die Zeitreise hat viele inspiriert und eignet sich hervorragend für die filmische Umsetzung.
Time bandits und
Bill und Teds fantastische Reise sind nur zwei Beispiele, die allerdings im Sektor Humor angesiedelt sind.
In Camerons Zukunftsvision kämpft die Menschheit gegen die Maschinen einen verzweifelten Kampf. Doch ebenso wie in Frankenstein sind die Probleme letztendlich von den Menschen selbst produziert worden, doch siegt hier eindeutig das Prinzip Hoffnung. Die Protagonisten erkennen, daß nichts geschrieben steht, und sie den Sieg erringen können. Es ist zwar recht düster in Camerons Universum, spärlich erhellt durch den Schein der Explosionen, aber nicht hoffnungslos. Ein Kind führt die verzweifelte Sarah wieder auf den rechten Weg. So ist es zum Schluß ein deutlicher Sieg der Menschlichkeit über die Maschine. Diese Botschaft schwingt mit, für einen Hollywoodfilm erstaunlich gelungen transportiert Camerons Film jede Menge anarchistische Sprengsätze. Denn seine Helden kämpfen die ganze Zeit gegen das System, vertreten durch eine unmenschliche Maschine. Während im ersten Teil noch die fürsorgliche Polizei auftrat, gibt es jetzt nur noch andere Outsider die mit Waffen und Autos aushelfen. Auch ist es kein strahlender Held der cool mit der Kippe im Hals den Erfolg erringt sondern eindeutig das Ergebnis von Teamwork. Ein Team, in dem ein zehnjähriger Junge ganz selbstverständlich als vollwertiges Mitglied mitwirkt. Den Kindern gehört die Zukunft.
Neben der erstklassigen Arbeit von Regisseur und Buchautor Cameron darf man aber nicht die Arbeit der übrigen Beteiligten vergessen. Arnold Schwarzenegger in seiner wohl besten Rolle hat hier viele positiv überrascht. Aber auch die übrigen Akteure liefern mehr als überzeugende Beweise ihres Könnens. Natürlich tragen auch der Spitzensound und die Special Effects zum überwältigenden Kinoerlebnis bei. Die genial arrangierte und komponierte Musik von
Brad Fiedel und last but not least
Stan Winston, kreativer Kopf hinter den Terminatoren, (teilweise mit Stop-Motion-Technik) der ja schon fast eine lebende Legende ist, vollenden mit ihrer Kunst das Ganze.
Eine persönliche Bemerkung noch: Für einen dritten Teil wird es meiner Meinung nach sehr schwer wenn nicht unmöglich werden, diesen Film würdig fortzusetzen.
Fazit: Ein absolutes Muß für Science Fiction Freunde der aber auch Action-Freaks und Thriller-Fans anspricht. Ein cineastischer Höhepunkt der neunziger Jahre.