Im dritten Teil hat es Indy (
Harrison Ford) wieder mit den Nazis zu tun. Diesmal beinhaltet die Jagd jedoch nicht die Bundeslade, sondern den heiligen Gral, der dem, der aus ihm trinkt, ewiges Leben schenkt. Natürlich hat auch Hitler von dieser Sage gehört, denn, wie wir schon aus dem ersten Teil wissen, ist er wie besessen von allen mythologischen und spirituellen Dingen.
Da Indy auf dem Gebiet der Gralsforschung nicht gerade ein Spezialist ist, will er seinen Vater (
Sean Connery) zu Rate ziehen, der sich schon sein ganzes Leben mit diesem Mythos beschäftigt. Leider ist dieser irgendwo in Venedig verlorengegangen, wo er für den Millionär Donovan das Grab eines der Ritter, die den Gral versteckt haben, ausfindig machen sollte. Vor seinem Verschwinden kann er jedoch Indy das Tagebuch schicken, in welchem er über viele Jahre hinweg Hinweise über das Versteck des Grals aufgezeichnet hat. Somit macht sich Indiana Jones mit dem vertrottelten Museumsmitarbeiter Marcus Brody (
Denholm Elliott) auf nach Venedig, um seinen Vater und gleichzeitig auch den Gral zu finden.
Für mich persönlich ist der dritte Teil der Saga auch gleichzeitig der Beste. Er kombiniert die apokalyptische Story des ersten Teiles mit der Action und der Optik des zweiten. Außerdem legt Spielberg im Bereich Humor noch ein Schäuflein nach. Wenn der Bibliothekar aus Venedig jedes Mal verdutzt dreinschaut, wenn er ein Blatt abstempelt, da Indy im Nebenraum synchron mit einem Absperrungspfosten den Marmorboden bearbeitet oder wenn Indiana aus Berlin das Tagebuch zurückholt und versehentlich den Führer trifft, der ihm daraufhin ein Autogramm gibt, dann muss man vor
Spielbergs und
Lucas Einfallsreichtum wirklich den Hut ziehen.
Der letzte Kreuzzug hat keinerlei Leerläufe. Man amüsiert sich jede einzelne Minute köstlichst über die verschiedenen Charaktere und die irrwitzigsten Actionszenen. Und von diesen gibt es reichlich. Mit allen möglichen Fortbewegungsmitteln (Motorräder, Autos, Boote, Panzer, Flugzeuge) finden Verfolgungsjagden statt, jedoch scheinen diese nie so extrem konstruiert wie in Teil II. Hier sind die Actionsequenzen perfekt in die Story eingebettet.
Besonders hervorzuheben ist das Verhältnis zwischen Indy und dessen Vater. Bei ihrem ersten Treffen im Film bekommt Indiana von seinem Vater eins aus Versehen mit einer Vase übergezogen, um gleich darauf mit den Worten "Junior. Du bist es wirklich Junior " begrüßt zu werden. Daraus entwickelt sich ein Running Gag, der Indy immer wieder "Nenn mich nicht Junior!" antworten lässt. Auch das Vater-Sohn Gespräch im Zeppelin ist Kult. Jones kritisiert seinen Vater, ihm nie ernsthaft zugehört zu haben. Als dieser ihn auffordert, sich bei dieser Gelegenheit alles von der Seele zu reden, fällt ihm nichts ein. Durch den ganzen Film ziehen sich auch Szenen, in denen Dr. Jones sr. immer wieder die Bemühungen seines Sohnes unfreiwillig sabotiert. So steckt er, nur beim Versuch die Fesseln durchzubrennen das ganze Zimmer an oder zerschießt während eines Luftkampfes mit dem Maschinengewehr vom Co-Pilotensitz aus das Heckruder des eigenen Doppelldeckers um seinem Sohn dann zu melden, dass sie getroffen seien.
Jedoch hat nicht nur Sean Connery seine Szenen. Auch Marcus Brody und Salam (
John Rhys-Davies) behindern durch ihre Trotteligkeit immer wieder Indys Kampf gegen die Nazis. Harrison Ford spielt gewohnt souverän, ist jedoch, wie die Deutschen, nur Stichwortgeber für Sean Connery.
Der einzige Kritikpunkt könnten wieder einmal die extremen Stereotype sein, denen sich Spielberg bedient. Jedoch kann ich persönlich gerne darüber hinwegsehen, da diese Schwarz-Weiß-Malerei hier durchaus amüsant und beabsichtigt ist. Indiana Jones ist und bleibt nun mal so eine Art Comicfigur des Filmes, und da sind heftige Übertreibungen bei der Charaktergestaltung nicht nur erlaubt, sondern sogar erwünscht.
Die Bilder und Kameraeinstellungen sind Spielberg-typisch wieder einmal perfekt. Auf diesem Gebiet kann ihm wirklich keiner etwas vormachen. Auch die Schauplätze wechseln in alter
Bond-Manier alle 5 Minuten. So geht´s von Venedig über Österreich und Deutschland weiter in den nahen Osten, wo der finale Showdown stattfindet.
Seit Jahren gibt es Gerüchte über einen vierten Teil, in dem auch Harrison Ford wieder mitspielen würde. Jedoch fehlt noch immer das geeignete Drehbuch, um Indy noch einmal auf Abenteuerreise zu schicken. Dieses sollte meiner Meinung nach jedoch vor Fords siebzigsten Geburtstag geschrieben werden, da man ihm jetzt schon nicht mehr die Rolle des wagemutigen Archäologen abnehmen würde.
Nach dem dritten Teil gab es einige Spin-Offs im Fernsehen und auf dem Computersektor. So produzierte Spielberg die Fernsehserie über den jungen Indiana Jones und entwickelte George Lucas´ Computerfirma LucasfilmGames ein Adventure zu diesem Film und ein weiteres über die versunkene Stadt Atlantis, die beide höchst erfolgreich waren. Außerdem gibt es ein Actiongame á la Tomb Raider über den Helden, welches erst letztes Jahr erschienen ist. Man merkt also, dass dieses Thema noch nicht ganz gestorben ist.
Abschließend muss ich sagen, dass für einen vierten Teil die Latte ziemlich hoch liegt, da Indiana Jones and the last crusade eine von hinten bis vorne perfekte Actionkomödie ist, die sowohl alt und jung gleichsam unterhält.